Freitag, 14. Dezember 2018

Immobilienanlage Studenten bringen dicke Rendite

Kein Zimmer frei: Was für das Studi-Investment spricht - und was nicht
AP

Mit viel Euphorie propagieren Finanzhäuser seit einiger Zeit Studentenimmobilien als neue, renditeträchtige Investmentklasse in unsicherer Zeit. Jetzt liegen die ersten Anlageergebnisse vor - sie lassen aufhorchen.

Hamburg - Erstmals steht ein Fondsanbieter davor, einen Immobilienfonds, der auf dem Markt der Studentenunterkünfte aktiv ist, erfolgreich wieder zu liquidieren. In den geschlossene Fonds "Campus Neu-Ulm" der Firma Kapitalpartner in Leipzig hatten Anleger bis Ende 2011 insgesamt knapp zwei Millionen Euro Eigenkapital eingezahlt. Zusammen mit Krediten in Höhe von fünf Millionen Euro floss das Geld in den Bau von 109 Studentenapartments in Neu-Ulm.

Heute, nach nur einem Jahr, sind sämtliche Apartments inklusive der 53 dazugehörigen Pkw-Stellplätze nach Angaben des Unternehmens so gut wie verkauft und die Auflösung der Fondsgesellschaft steht bevor. Und Zahlen, die Kapitalpartner an manager magazin online übermittelt hat, lassen erkennen, dass es sich für die Investoren um ein überaus erfolgreiches Engagement handelte.

Insgesamt erzielten die Anleger einen Rückfluss von beinahe 123 Prozent auf ihre Einlage. Aus 100.000 Euro, die 2011 in den Fonds eingezahlt wurden, sind also innerhalb von nur zwölf Monaten 123.000 Euro geworden, allerdings vor der erforderlichen Berücksichtigung des gezahlten Agios sowie zu entrichtender Steuern.

"Für unsere Anleger sind das äußerst erfreuliche Zahlen", sagt Kapitalpartner-Chef Kai Schafheutle zu manager magazin online. "Wir hatten zwar schon bei der Platzierung des Fonds einen Rückfluss von 124 Prozent prognostiziert - allerdings nicht nach einem, sondern erst nach 2,5 Jahren."

Langlaufende Fonds schütten noch kaum aus

Zum Hintergrund: Seit einiger Zeit propagieren Finanzhäuser und Immobilienfirmen Studentenunterkünfte als neue, renditeträchtige Investmentklasse. Die Ergebnisse des Neu-Ulm-Fonds von Kapitalpartner lassen den Versprechungen nun erstmals Fakten folgen.

Vergleichbare Resultate können andere Anbieter allerdings noch nicht vorweisen. Das liegt vor allem daran, dass es sich bei ihren Produkten nicht um kurzlaufende Projektentwicklungsfonds wie den "Campus Neu-Ulm" handelt, sondern um länger laufende Gesellschaften, die ihre Einnahmen aus der Vermietung der Studentenwohnungen generieren.

Immerhin hat MPC Capital den Anlegern des Fonds "Deutschland 11" im laufenden Jahr eigenen Angaben zufolge bereits planmäßig rund 2,9 Prozent der eingezahlten Summe ausgeschüttet. Die Kunden des Fondshaus Hamburg (FHH) erhielten bislang noch keine Rückflüsse auf ihr Investment. Die erste Auszahlung ist prognosegemäß im Januar 2013 geplant, teilt das Unternehmen mit.

Und sowohl Kapitalpartner wie auch FHH haben bereits weitere Fonds in der Vorbereitung. Zudem offerieren diverse Gesellschaften Studentenimmobilien zur Direktanlage.

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