Samstag, 16. Februar 2019

Ferienimmobilien Anlegen und hinlegen

Die Immobilienpreise in Spanien sind zum Teil stark gefallen: Verlockend für regenmüde Deutsche
Getty Images / Sasha Baumann
Die Immobilienpreise in Spanien sind zum Teil stark gefallen: Verlockend für regenmüde Deutsche

Das Geld in einer Ferienimmobilie anlegen - immer mehr Deutsche denken über ein solches Investment nach, zumal die Anlagealternativen rar geworden sind. Selbst Krisenländer wie Spanien und Griechenland kommen dafür in Betracht. Vor allem Spanien lockt mit scheinbar günstigen Preisen.

Hamburg - 4 Prozent der Deutschen halten Griechenland die Treue. Trotz der politischen Visionen einer Transferunion, denen der Syriza-Chef und potentielle griechische Regierungschef Alexis Tsipras nachhängt. Trotz der immer wieder aufflackernden Proteste in Athen auch gegen Deutschland. 4 Prozent der Deutschen sehen Griechenland trotz allem als sicheren Standort für eine Auslandsimmobilie.

Die Zahl zeigt zumindest eines: Der Druck auf den Anlegern ist inzwischen so hoch, dass selbst Anlagen wie solche in Griechenland ins Kalkül gezogen werden. Noch mehr Investoren aus Deutschland könnten sich vorstellen, ihr Geld in spanische Immobilien anzulegen.

"Wir sind inzwischen in der Finanzkrise 2.0 angelangt", sagt Axel Becker von der Südwestbank. "Die Investoren suchen daher wie noch nie nach sicheren Anlagen. Während sie früher nur aufs Rating geschaut haben, bewerten sie jetzt auch unterschiedliche Szenarien und achten sehr auf die Risiken potentieller Anlagen. Und so kommt es, dass viele von ihnen in deutsche Bundesanleihen investieren - oder eben in Immobilien."

Vor allem in Deutschland, wo die Wirtschaft im europäischen Vergleich noch robust dasteht, aber auch innerhalb Europas, wo es zumindest im Euroraum kein Währungsrisiko gegeben ist, anders als zum Beispiel im Dollarraum.

Hauspreise in Spanien seit dem Boom um 50 Prozent gefallen

Trotz allem würden die Deutschen lieber in ein Ferienhaus in der Schweiz investieren, belegt eine Studie von Jäger-Bau. 36 Prozent der Befragten hielten das Land für einen sicheren Standort. Doch gleich, ob Griechenland oder Schweiz, die Ferienimmobilie scheint für viele Deutsche an Attraktivität gewonnen zu haben. Vor allem als Kapitalanlage. Denn die Alternativen sind rar gesät.

Aktien sind den meisten Investoren zu riskant volatil, Staatsanleihen werfen zu wenig ab. Daher kann sich inzwischen jeder vierte Deutsche vorstellen, eine Ferienimmobilie zu erwerben, so eine Emnid-Umfrage im Auftrag der BHW Immobilien. Das Interesse an so einer Art der Geldanlage ist im Vergleich zu 2010 um 5 Prozentpunkte gestiegen, verzeichnet die Studie.

Die Entscheidung einfacher macht für viele, dass die Preise durch die Finanzkrise in einigen Ländern extrem gefallen sind. Spanische Ferienhäuser zum Beispiel kosten derzeit im Vergleich zum Boom gerade einmal die Hälfte.

Sogar die spanische Wohnungsministerin Beatriz Corredor taucht inzwischen auf Verkaufsveranstaltungen auf und versucht, die potentiellen Käufer vom Charme spanischer Immobilien zu überzeugen. In Deutschland ist so eine Anschubhilfe nicht nötig, dort steigen die Preise wegen der günstigen Bauzinsen bereits deutlich.

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