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22.05.2012
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Nach der Liquiditätskrise
Immobilienfonds wollen neu durchstarten

Von Christoph Rottwilm

Deka-Investitions-Standort Prag: Die offenen Immobilienfonds wollen die Krise hinter sich lassen
Corbis

Deka-Investitions-Standort Prag: Die offenen Immobilienfonds wollen die Krise hinter sich lassen

Mit der Auflösung des CS Euroreal von Credit Suisse endet für die offenen Immobilienfonds eine mehr als zweijährige Krise. Jetzt richtet sich der Blick nach vorn: Experten halten das Ansehen zwar für beschädigt - aber das Produkt weiterhin für interessant. Die Geschäfte vieler Fonds laufen offenbar rund.

Hamburg - Für die offenen Immobilienfonds war der gestrige Montag ein besonderer Tag. Die Credit Suisse Chart zeigen entschied über das Schicksal ihres "CS Euroreal". Und es gab keine Überraschung: Der Fonds mit einem Volumen von rund sechs Milliarden Euro wird abgewickelt - genau wie mehrere andere vor ihm ebenfalls.

Die Entscheidung mag für die Anleger unerfreulich sein. Für die Branche insgesamt jedoch hat sie auch ihr Gutes. Denn die Anbieter können nun einen Strich unter die Schwierigkeiten der vergangenen Jahre ziehen.

Kurz nach der Lehman-Pleite 2008 hatten Investoren begonnen, viel Geld aus den Fonds abzuziehen. Da die Mittel jedoch zum Großteil in Immobilien steckten, konnten die Fonds die Anleger nicht wie gewünscht auszahlen. Die Folge: Viele Fonds mussten die Rücknahme der Anteilsscheine aussetzen. Da dies wiederum lediglich für die Dauer von maximal zwei Jahren erlaubt ist, mussten die Fondsmanager jetzt Farbe bekennen. Der CS Euroreal war der letzte große Fonds, über dessen Schicksal entschieden wurde.

Die Bilanz insgesamt sieht damit auf den ersten Blick nicht gut aus: Mindestens zehn offenen Immobilienfonds gelang es nicht, ihr Liquiditätsmanagement so stabil aufzustellen, dass eine dauerhafte Wiederöffnung möglich gewesen wäre. Das Misstrauen der Anleger war offenbar zu groß, zu viele wollten aus den Investments heraus.

Hohe Liquiditätsquoten, schlechte Mietabschlüsse

Diese Fonds werden nun im Laufe der kommenden Jahre nach und nach ihre Bestände veräußern und die Erlöse an die Investoren auszahlen. Unter den betroffenen Produkten befinden sich prominente Adressen wie Morgan Stanley Chart zeigen, Axa Chart zeigen, Degi, SEB Chart zeigen oder eben Credit Suisse.

Damit aber nicht genug: Bei der Performance stehen die offenen Immobilienfonds derzeit ebenfalls nicht besonders gut da. Nach Berechnung der Ratingagentur Scope sind die Renditen, die schon im Vorjahr auf niedrigem Niveau lagen, zuletzt weiter gesunken. In einer aktuellen Analyse schreibt Scope, die Zehnjahresperformance liege derzeit im Schnitt bei 3,7 Prozent. 2011 waren es noch 4 Prozent.

Als Grund für den Rückgang nennt die Ratingagentur vor allem die hohen Liquiditätsquoten, die die Fonds inzwischen vorhalten, sowie tendenziell schlechtere Mietabschlüsse.

Angesichts dessen überrascht das Urteil der Fachleute nicht: 17 Produkte - sowohl Publikumsfonds als auch solche für institutionelle Anleger - hat Scope untersucht. Bei zehn Fonds verschlechterte sich das Rating, bei vieren blieb es gleich. Lediglich drei Produkte konnten sich verbessern.

Krise, Fondsliquidierungen, Renditeschwund - das alles klingt nicht erfreulich. Experten fällen jedoch mit Blick nach vorn ein positives Urteil. Die Branche habe "eine historische Chance zum Neubeginn", heißt es etwa bei Scope. "Den Anlegern werden auch nach Abschluss der Konsolidierung genügend gute offene Immobilienfonds zur Verfügung stehen", so Analystin Sonja Knorr.

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