Freitag, 16. November 2018

Case-Shiller-Index US-Hauspreise fallen auf neues Tief

Zwangsräumung: In Las Vegas haben sich besonders viele Hauskäufer verspekuliert

In den USA sind die Hauspreise im Dezember abermals gesunken. Damit markiert der schwächelnde Immobilienmarkt einen neuen Tiefpunkt der Krise. Mancherorts haben Eigenheimbesitzer mehr als die Hälfte ihres Vermögens verloren.

New York - In den 20 größten amerikanischen Ballungsgebieten seien die Preise im Dezember um 0,5 Prozent zum Vormonat gefallen, teilte die Ratingagentur Standard & Poor's, die den viel beachteten Case-Shiller-Index herausgibt, am Dienstag in New York mit. Volkswirte hatten einen etwas geringeren Rückgang um 0,4 Prozent erwartet, nachdem die Preise im Vormonat um 0,7 Prozent gesunken waren. Im Jahresvergleich sanken die Hauspreise im Dezember um 4,0 Prozent, nach einem Minus von 3,8 Prozent im Vormonat.

Im Monatsvergleich fielen die Preise in 18 der 20 von dem Index erfassten Metropolen. Aufwärts ging es nur in Miami und Phoenix, zwei der am stärksten von der Spekulationsblase und der daraus folgenden Krise betroffenen Ballungsgebiete. Am stärksten abwärts gingen die Preise in Atlanta, Chicago und Detroit.

Detroit, wo sich die Autoindustrie dank der staatlichen Eingriffe inzwischen deutlich erholt und die lokale Wirtschaft aus dem Abgrund befördert hat, ist wiederum die einzige Stadt mit einem Plus gegenüber Dezember 2010. Der Index für das Gesamtland markierte den niedrigsten Stand seit Beginn der Messungen im Jahr 1987. In Las Vegas sind Häuser im Durchschnitt 61,6 Prozent billiger als auf dem Höhepunkt der Preisblase im April 2006.

Häuser sind jetzt, gemessen am verfügbaren Einkommen, so erschwinglich wie selten in den vergangenen Jahrzehnten. Die Zinssätze für Hypotheken liegen auf einem Allzeittief. Daraus schöpft die am Boden liegende Baubranche neue Hoffnung. Inzwischen steigt die Zahl der Kaufinteressenten, die Verkäufe bestehender Häuser haben das Niveau von Mai 2010 wieder erreicht. Das Angebot neuer Häuser hat ein Sieben-Jahres-Tief erreicht - ein Zeichen, dass der in den Boomjahren geschaffene Überhang allmählich zu schrumpfen beginnt.

Allerdings leiden zahlreiche potenzielle Hauskäufer weiterhin unter den Folgen der Immobilienkrise, die als wichtigster Auslöser der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise gilt. Millionen von ihnen sind überschuldet, weil der Wert ihrer Immobilien gefallen ist, können ihre Hypotheken nicht mehr bedienen. Zwangsversteigerungen und Notverkäufe sind landesweit immer noch auf Rekordniveau.

ak/dpa-afx

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