Sonntag, 20. Januar 2019

Immobilienkauf über Makler Schutz vor unnötigen Provisionen

Immobilienmakler kosten viel Geld: Versuchen Sie zuerst, Ihre Traumimmobilie selbst zu finden

Das Geschäft mit Wohnimmobilen läuft gut - besonders das der Makler. Bis zu 7,14 Prozent des Immobilienpreises müssen Käufer für die Vermittlung ihrer neuen Bleibe zahlen. Finanztest sagt, welche Regeln Haus- und Wohnungskäufer im Umgang mit Maklern beachten sollten.

Die Provision ist ein Erfolgshonorar für die Vermittlung zwischen Käufer und Verkäufer. Bei Vertragsabschluss bekommt der Makler sein Geld - egal ob er viel oder wenig dafür tun musste. Er bekommt sein Geld aber auch nur, wenn es zum Vertrag kommt.

Eine gesetzliche Vorschrift für die Höhe der Provision gibt es nicht - sie ist frei verhandelbar. Doch ob Käufer wirklich verhandeln können, hängt vom Markt ab. Vor allem bei Immobilien an begehrten Standorten wird das kaum möglich sein. In Berlin und Potsdam zahlen Immobilienkäufer die höchsten Maklerprovisionen in Deutschland: inklusive Mehrwertsteuer 7,14 Prozent vom Kaufpreis. Seit Jahren müssen die Käufer die Provision hier allein tragen. In anderen Bundesländern und Städten teilen sich Verkäufer und Käufer häufig den Maklerlohn.

Der Service, den Käufer vom Makler bekommen, ist höchst unterschiedlich. Manche kennen die Immobilie genau, vom Keller bis zum Dach, und können Geschichten von den Bewohnern erzählen. Andere beschränken sich darauf, bei Besichtigungen die "tolle Lage" oder die Helligkeit der Wohnung zu preisen und verweisen bei jeder Frage auf noch nicht gesichtete Unterlagen.

Das Problem: Um Makler zu werden, genügt in Deutschland ein Gewerbeschein und der Nachweis, keine Straftaten begangen zu haben. Ob der Makler etwas von Immobilien versteht und sich fortbildet, ist ihm selbst überlassen. Je nach Marktlage müssen Makler viel oder nur wenig tun, um eine Immobilie an den Mann oder die Frau zu bringen.

"Provisionsfrei" kann täuschen

Wohnungskäufer haben drei Möglichkeiten, eine Wohnung zu finden:

  • Sie können direkt einen Makler mit der Suche beauftragen.
  • Sie können in Zeitungsanzeigen und auf Immobilienplattformen im Internet nach dem passenden Heim suchen und Kontakt zu Maklern aufnehmen, die diese Objekte vermitteln.
  • Oder sie finden ein Eigenheim, das direkt vom Eigentümer angeboten wird. Auch solche provisionsfreien Angebote stehen in Zeitungen und im Internet.

Es gibt allerdings auch Makler, die mit dem Hinweis "provisionsfrei" werben. "Hier kann man davon ausgehen, dass die Maklerprovision in den Kaufpreis eingerechnet wurde", sagt Jens Zimmermann, Sprecher des Immobilienverbands Deutschland für die Region Sachsen und Sachsen-Anhalt. Auch der Ring Deutscher Makler kennt solche Fälle, in denen der Makler dann vom Verkäufer den entsprechenden Provisionsbetrag erhält.

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