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20.04.2011
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Fertighäuser
Energiepoker beim Hausbau

Von Christoph Rottwilm

Kein Einheitsbrei: Was Fertighäuser heute alles können
Fotos

Immer mehr Menschen entscheiden sich beim neuen Heim für ein Fertighaus. Selbst Möbelriese Ikea setzt seine Pläne auf dem Gebiet aller Kritik zum Trotz fort. Hauptargument der Hersteller ist die Energieeffizienz des Holzbaus, die jener der Massivbauweise überlegen sei. Das stimmt aber nicht unbedingt.

Hamburg - Als der schwedische Möbelriese Ikea vor Jahresfrist seinen Einstieg ins hiesige Fertighausgeschäft bekannt gab, machte die Kritik daran beinahe mehr Schlagzeilen als die Nachricht selbst. Die Stiftung Warentest hatte sich gemeinsam mit Verbraucherschützern die Ikea-Offerte ("Boklok") angeschaut - und kam zu einem vernichtenden Urteil: Der Bauvertrag benachteilige den Kunden gravierend, die Baubeschreibung weise viele Lücken auf, die Regelung zur Energielieferung sei ungünstig und zum Teil sogar unzulässig.

Vor wenigen Tagen nun wurde im Nordosten Wiesbadens der Grundstein gelegt für die ersten Fertighäuser aus dem Hause Ikea. Im Stadtteil Auringen entstehen acht Reihenhäuser, von denen vier nach Angaben des Unternehmens bereits verkauft sind. Weitere sollen in Offenbach entstehen. Im skandinavischen Raum sowie in Großbritannien hat der Einrichtungskonzern nach eigenen Angaben bereits rund 4000 solcher Eigenheime gebaut.

Das Beispiel zeigt: Das Fertighaus ist hierzulande weiter auf dem Vormarsch. Immer mehr Menschen entscheiden sich offenbar für die unkomplizierte Schnellbaumethode, bei der vorproduzierte Elemente auf der Baustelle nur noch zusammengesetzt werden müssen.

Fertighäuser gewinnen Marktanteile

Ein Blick auf die Zahlen bestätigt den Trend. Insgesamt 13.118 Fertighäuser wurden in Deutschland nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF) im vergangenen Jahr errichtet. Das sind 9,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Zum Vergleich: Die Zahl der in traditioneller Nassbauweise errichteten Häuser stieg 2010 lediglich um 4 Prozent. Mit insgesamt 73.494 Häusern entfällt auf dieses Segment allerdings nach wie vor der weitaus größte Marktanteil.

Ein Grund für den Erfolg der Fertighäuser ist zweifellos, dass sie das schlechte Image von einst mittlerweile ablegen konnten. Schon 2005 etwa gab in einer Studie des Instituts Allensbach jeder zweite Befragte an, ein Fertighaus komme für ihn durchaus in Frage. Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer fand zudem, die Qualität der Fertighäuser sei seit den neunziger Jahren deutlich besser geworden.

Ähnlich das Ergebnis einer aktuellen Befragung durch die Marktforscher von Emnid, im Auftrag der Bausparkasse BHW. Auf die Frage, wie sie ein neues Haus bauen würden, antworteten immerhin fast 20 Prozent: als Fertighaus.

Doch die Qualität ist nicht das einzige Argument der Anbieter. Als weiteres nennen sie gerne die Energieeffizienz. Vor allem das Baumaterial Holz, aus dem die Elemente der Fertighäuser meist hergestellt werden, verfüge über ausgezeichnete Dämmeigenschaften und sei der Massivbauweise mit Stein oder Beton daher überlegen, heißt es. "Dem Fertighaus kommt sicherlich die gesamte Diskussion um Energie und Nachhaltigkeit in den letzten Jahren zugute", sagt etwa Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des BDF. "Denn hier hat unsere Bausweise mit dem Baustoff Holz spürbare Vorteile und vielen Bauherren werden diese Aspekte immer wichtiger."

Ins gleiche Horn tutet Ikea: Die Boklok-Häuser werden mit modernen Heizsystemen ausgestattet, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Ein eigenes Blockheizkraftwerk erzeuge Strom. "Überflüssiger, nicht in den Wohneinheiten verbrauchter Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist, was die Nebenkosten niedrig hält", so das Möbelhaus. "Kombiniert mit hohen Isolierwerten, einer modernen, industrialisierten Bauweise und einem Belüftungssystem entsteht ein sehr energieeffizientes Haus."

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