Von Martin Hintze
"Der Grund für das eindeutige Ergebnis liegt in den gewählten Variablen", sagt FMH-Chef Herbst. Bei der Wahl der Wohnung war der Käufer bescheiden, hat solide finanziert und eine Immobilie mit positiver Wertentwicklung erwischt. Doch auf Sicht von 40 Jahren sind Vorhersagen unmöglich.
Beispiel Leipzig: Dort verändert sich das Ergebnis dramatisch sobald die Wohnung in einem gefragten Viertel liegt. Anstelle des Durchschnittpreises von 1040 Euro pro Quadratmeter werden plötzlich 2140 Euro verlangt. Wenn die Immobilie außerdem nicht wie geplant an Wert gewinnt - beispielsweise, weil eine vierspurige Straße davor gesetzt wird - hat der Mieter die Nase vorn und nach 40 Jahren rund 18.000 Euro mehr auf dem Konto.
Immobilienkäufern fehlt die Flexibilität
Auch geschickte Kapitalanleger, die mehr als die veranschlagten 3 Prozent Rendite erzielen, können sich gegenüber Käufern behaupten. Wer beispielsweise mit Aktien 8 Prozent Rendite einfährt, liegt in Leipzig 25 Jahre gleich auf mit dem Käufer.
Ein Malus der Immobilien liegt zudem in ihrer mangelnden Flexibilität. "In der Beratung fragen wir auch nach der beruflichen Situation und der Familienplanung", sagt Verbraucherschützer Schmid-Burgk. Schließlich macht sich der Kauf vor allem auf lange Sicht bezahlt. Wer aus beruflichen oder familiären Gründen umzieht oder arbeitslos wird und das Haus rasch verkaufen muss, erzielt selten den gewünschten Preis. "Beim Immobilienkauf legt man sich fest, sowohl beim Wohnort als auch bei der Größe", gibt Schmid-Burgk zu bedenken.
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