Montag, 19. Februar 2018

Computerbasierte Investments Hedgefonds-Star vertraut Finanzlaien Viertelmilliarde an

Milliardär und Kunstsammler Cohen: Viertelmilliarde für Investmentprogramme von Amateuren

Das klingt einigermaßen kurios: Der amerikanische Hedgefonds-Gründer Steven A. Cohen gibt 250 Millionen Dollar an ein Unternehmen, dessen Investitionsentscheidungen von Computerprogrammen getroffen werden, die Finanzamateure aus aller Welt in ihrer Freizeit erstellt haben.

Doch es ist kein Witz: Wie das "Wall Street Journal" berichtet, investiert Cohen die Viertelmilliarde in einen Fonds, der von der Firma Quantopian mit Sitz in Boston aufgelegt wurde. Dieser Fonds stelle Geld für Freizeitinvestoren zur Verfügung, die über die besten computerbasierten Investitionsmodelle verfügen, so die Zeitung. Zudem investiere Cohen über seine Investmentfirma Point72 ebenfalls eine nennenswerte Summe in das Unternehmen Quantopian selbst.

Damit schließt sich der Hedgefonds-Gründer, der von "Forbes" auf ein persönliches Vermögen von 12,7 Milliarden Dollar geschätzt wird, einem allgemeinen Trend an der Wall Street an. Zwar brüsten sich Hedgefonds in der Regel mit ihrer Fähigkeit, den Markt schlagen und mit besonderem Geschick außergewöhnlich hohe Renditen erzielen zu können. Immer mehr von ihnen greifen bei ihren Investments aber auch auf die Methoden des quantitativen Investierens zurück. Denn dieses Methoden haben sich bereits als überaus Erfolg versprechend erwiesen.

Das heißt: Beim quantitativen Investieren wird versucht, Anlageentscheidungen von Computern mit speziellen Programmen und meist auf Grundlage großer Datenmengen treffen zu lassen. Nach dem Motto: Wenn Computer in der Lage sind, Schachgroßmeister und Champions des komplizierten asiatischen Brettspiels Go zu schlagen, dann sollten sie die Profiinvestoren an der Wall Street allemal in den Schatten stellen können.

Großmeister James Simons

Großmeister dieses Metiers ist der Hedgefonds-Gründer James Simons. Simons hatte sich zunächst als Mathematiker einen Namen gemacht, bevor er Anfang der 1980er Jahre seine Investmentfirma Renaissance Technologies gründete. Das Unternehmen investiert seither ausschließlich auf Grundlage mathematischer Methoden - und zwar mit großem Erfolg.

Der Flaggschifffonds Medaillon Fund, der vor allem Mitarbeitergelder verwaltet, erreichte verschiedenen Berichten zufolge über einen Zeitraum von 20 Jahren eine Performance von mehr als 35 Prozent pro Jahr und gilt damit als eines der erfolgreichsten Investmentvehikel überhaupt. Renaissance-Gründer Simons wird von "Forbes" inzwischen auf ein Vermögen von 15,5 Milliarden Dollar geschätzt.

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