Dienstag, 23. Oktober 2018

Finanzinvestoren entern Generika-Hersteller Stada Stada muss jetzt auch noch Wyser-Pratte abwehren

"Wir werden dem Vorstand schon zeigen, wo es langgeht": Der US-finanzinvestor Guy Wyser-Pratte will Stada in eine Fuison treiben. Ein Ziel hat er bereits erreicht; die Aktie steigt.
Bloomberg via Getty Images
"Wir werden dem Vorstand schon zeigen, wo es langgeht": Der US-finanzinvestor Guy Wyser-Pratte will Stada in eine Fuison treiben. Ein Ziel hat er bereits erreicht; die Aktie steigt.

Wenn's ums Geschäft und den Profit geht, kennt Guy Wyser-Pratte kein Pardon. Der berüchtigte US-Finanzinvestor ist beim Generika-Hersteller Stada eingestiegen und will ihn zur Fusion zwingen. Ob sich überhaupt ein Kaufinteressent finden lässt, ist zweifelhaft. Die Aktie steigt dennoch.

Das Management von Stada sollte gewarnt sein: Hat Guy Wyser-Pratte einmal zugebissen, lässt sich der US-Investor nicht mehr so leicht abschütteln. Das Management des Roboterherstellers IVWK weiß davon schmerzlich zu berichten. 2003 kaufte sich der Investor bei der heutigen Kuka ein, zwei Jahre später trat der Vorstand zurück und nur wenig später alle sechs Aufsichtsräte der Kapitalseite.

Und wieder sind es nur einige, scheinbar unbedeutende Prozente der Anteilscheine, die der aktivistische Investor erworben hat. Und wieder schaltet Guy Wyser-Pratte sofort auf Angriff, geriert sich mit grundlegender Kritik wie ein Großaktionär.

Stada habe die Internationalisierung verschlafen. "Da wurden Chancen verpasst", zitiert ihn das "Handelsblatt". Der Konzern sei zu klein und zu lokal aufgestellt. Stada müsse sich mit internationalen Wettbewerbern zusammenschließen, fordert Guy Wyser-Pratte. "Es wird Zeit, dass Stada erwachsen wird." Die Aktie von Stada legte am Dienstag in der Spitze rund 5 Prozent zu.

Das Management des in Deutschland letzten selbstständigen Herstellers von Nachahmer-Medikamenten, der zuletzt zwei Milliarden Euro Umsatz und 110 Milliionen Euro Gewinn verbuchte, sieht das selbstredend anders, spricht von einer "tragfähigen Strategie" und dass das Unternehmen auch international wettbewerbsfähig agiere.

Stada steht schon länger unter Druck. So forderte in den letzten Wochen der ebenfalls aktivistische Investor Active Ownership Capital (AOC) eine Neubesetzung des Aufsichtsrats, Stada lehnt das ab. AOC hält nach eigenen Angaben 5 Prozent an Stada.

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