Freitag, 24. November 2017

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Digitalisierung, Zinswende und Populismus rütteln die Märkte durch Investieren in Zeiten der Revolution

Notenbank im Nebel: Geldschwemme eindämmen, dem populistischen Aufstand gegen die Globalisierung begegnen - und nicht zuletzt die Digitalisierung meistern
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Notenbank im Nebel: Geldschwemme eindämmen, dem populistischen Aufstand gegen die Globalisierung begegnen - und nicht zuletzt die Digitalisierung meistern

Wir leben in revolutionären Zeiten. Die Folgen von technologischer Umwälzung, "Quantitative Tightening" - also der Umkehr der Quantitative-Easing-Maßnahmen der Notenbanken - und von populistischem Widerstand gegen die Globalisierung sind für Anleger die gegenwärtig wichtigsten grundlegenden Themen. Vor dem Hintergrund, dass viele Märkte nahe an Allzeithochständen notieren und die Weltwirtschaft so synchron wächst wie noch nie in diesem Jahrzehnt, stehen langfristige Trends dabei ebenso im Fokus wie zyklische. Wie diese drei Entwicklungen weiter voranschreiten, wird weitreichende Folgen für Anleger und die politisch Verantwortlichen haben.

Huw van Steenis
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    Schroders
    Huw van Steenis ist Global Head of Strategy beim Vermögensverwalter Schroders und gehört der Arbeitsgruppe Disruption Innovation in Financial Services des Weltwirtschaftsforums an.

Lenin hat einmal gesagt: "Es gibt Jahrzehnte, in denen nichts passiert; und es gibt Wochen, in denen Jahrzehnte passieren." Diesen Eindruck hat man auch bei der technologischen Revolution. Der Konkurs von Toys R Us, die Übernahme von Whole Foods durch Amazon Börsen-Chart zeigen und Chinas Verbot der Börseneinführung von Cyberwährungen haben uns das Tempo des technologischen Wandels erneut vor Augen geführt.

Drei entscheidende Einflussfaktoren für die Wirtschaft

Geldanlage ist allerdings ein Marathon und kein Sprint. In den letzten zehn Jahren hat sich der Marktwert von Amazon verzehnfacht, der von Google Börsen-Chart zeigen mehr als verdreifacht. Der Wert von Sears ist dagegen um mehr als 90 Prozent gefallen und der von Staples Börsen-Chart zeigen hat sich halbiert.

Da überrascht es kaum, dass von uns gemessenen Einschätzungen zufolge die Hälfte der Anleger davon ausgeht, dass sich die technologische Umwälzung in den kommenden zehn Jahren am stärksten auf ihre Portfolios auswirken wird - noch vor "Quantitative Tightening" mit 32 Prozent, das jedoch als vordringlichstes Thema der nächsten zwölf Monate gilt. Die Folgen des Populismus wurden an dritter Stelle genannt.

Infolge der technologischen Umwälzung verändern sich die Margen und Erträge der Unternehmen beeindruckend schnell. In einigen Wirtschaftszweigen - etwa in der Musikindustrie, der Werbebranche und im Buchhandel - sind diese Veränderungen bereits weit vorangeschritten, während sich andere Bereiche noch in einem viel früheren Stadium befinden. Welches Unternehmen das nächste Amazon Börsen-Chart zeigen sein wird, ist derzeit die beherrschende Frage.

Interessant ist, dass der Finanzdienstleistungsbereich nicht sonderlich beeinträchtigt worden ist - zumindest bisher. Fintech hat zwar zu spürbar besseren Kundendienstleistungen und zu einem drastischen Kostenrückgang im Zahlungsverkehr geführt, bisher aber nur wenige Branchenführer von ihrem Platz verdrängt. Financiers und Politiker erkennen aber allmählich die Risiken der technologischen Umwälzung, die unter anderem davon ausgehen, dass Anbieter von außerhalb des Bankensektors den Rahm abschöpfen, und sie beobachten mit wachsender Besorgnis den Boom beim Bitcoin.

Notenbanken müssen die Geldflut eindämmen

"Quantitative Tightening" ist das zweite Phänomen, mit dem Anleger zurechtkommen müssen. In der Geschichte der Notenbanken gibt es wenige so dramatische Interventionen wie die Bilanzausweitung durch die Europäische Zentralbank (EZB) und die japanische Notenbank (BoJ) zur Stützung der heimischen Wirtschaft.

Die Bilanzsummen der EZB und der BoJ betragen inzwischen 80 Prozent beziehungsweise 130 Prozent des BIP der Eurozone beziehungsweise Japans, und sie liegen damit deutlich vor der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Die 2 Billionen US-Dollar, welche die EZB und die BoJ in diesem Jahr in die Wirtschaft gepumpt haben, treiben die Preise von Vermögenswerten in die Höhe und dämpfen die Volatilität.

Als Datenbank dient uns die Geschichte. Aber wir haben keinen Präzedenzfall, bei dem ähnlich viel Geld gedruckt wurde, um zu beurteilen, wie sich der Verkauf von Anleihen mit negativen Renditen im Wert von 10 Billionen US-Dollar durch die Notenbanken auswirken wird. Alle Notenbanker tasten sich hier durch den Nebel. Deshalb überrascht es nicht, dass bei den Anlegern weiter Unklarheit über das Tempo in Bezug auf Zinserhöhungen besteht.

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