Sonntag, 18. Februar 2018

Preis für Edelmetall steigt Diese drei Faktoren treiben den Goldpreis

Goldbarren der Bundesbank in Frankfurt: Der Goldpreis befindet sich im Aufwind.

Schon seit etwa einem Jahr ist beim Goldpreis wieder eine leichte Aufwärtstendenz zu beobachten, doch der Anstieg der vergangenen Wochen sticht noch einmal deutlich heraus: Seit Dezember vergangenen Jahres hat sich das Edelmetall um etwa 10 Prozent verteuert. Den jüngsten Schub gab es in dieser Woche, sodass Gold Börsen-Chart zeigen bei einem Preis von mehr als 1360 Dollar je Unze aktuell auf dem höchsten Stand seit August 2016 notiert.

Für den jüngsten Goldpreisanstieg gibt es vermutlich eine Vielzahl von Gründen. Die wichtigsten sind jedoch wohl diese:

Die Schwäche des Dollars

Als Hauptgrund für den aktuellen Anstieg des Goldpreises wird von Experten die Schwäche des US-Dollar Börsen-Chart zeigen genannt. Die US-Währung verliert gegenüber wichtigen Devisen weltweit seit einiger Zeit an Wert und rutschte beispielsweise gegenüber dem Euro jüngst auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren.

Weil Gold in der Regel in Dollar notiert und gehandelt wird, macht die Schwäche der US-Währung das Edelmetall für Käufer außerhalb der Dollar-Region günstiger, was wiederum die Nachfrage anregt und den Preis in die Höhe treibt.

Als Verursacher der jüngsten Wertverluste beim Dollar gilt indes die US-Regierung, die mit protektionistischen Aktionen für Verunsicherung an den Finanzmärkten sorgte. So beschloss die größte Volkswirtschaft der Welt kürzlich, künftig importierte Waschmaschinen und Solarmodule mit hohen Strafzöllen zu belegen. Damit schürt die Regierung von US-Präsident Donald Trump Fachleuten zufolge am Devisenmarkt die Furcht vor einem Handelskrieg. "Trump trampelt auf dem Dollar herum",so Devisenexpertin Antje Praefcke von der Commerzbank.

US-Finanzminister Steven Mnuchin wird zudem mit den Worten zitiert, ein schwacher Dollar sei gut für den US-Handel - auch dies eine Aussage, die dem Greenback kaum zu neuen Höhenflügen verhelfen dürfte.

Die Verunsicherung der Investoren

Mit ihrem Gebaren schwächt die US-Regierung Marktbeobachtern zufolge nicht nur die eigene Währung. Donald Trump und sein Team sorgen vielmehr zudem auch für Unruhe und Verunsicherung auf den Finanzmärkten. Dies dürfte ebenfalls Gelder in Richtung des "sicheren Hafens" Gold bewegen.

"Ich denke, es gibt einige Portfolioumschichtungen und einige Sicherheitskäufe in Richtung Gold", zitiert das "Wall Street Journal" einen Analysten der britischen Bank HSBC. Wie der Finanzinformationsdienst Bloomberg berichtet, verzeichnen derzeit insbesondere Gold-Indexfonds (Gold-ETFs) starke Zuflüsse.

Besonders aufmerksam werden die Investoren in dem Zusammenhang nach Ansicht der Zeitung den Auftritt Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos verfolgen, der am Freitag erwartet wird. Ebenso werden Anleger Wirtschaftsdaten und Signale der Zentralbanken im Blick behalten, so das "WSJ", denn Gold konkurriert mit verzinslichen Geldanlagen, die im Zuge steigender Zinsen tendenziell attraktiver werden.

Die Kauflust der Chinesen

Christoph Rottwilm auf Twitter

Traditionell gehört der Januar zu den stärksten Monaten am Goldmarkt, denn es ist der Monat kurz vor dem chinesischen Neujahrsfest. China ist ohnehin der Ort mit der größten Goldnachfrage weltweit, und zum Neujahrsfest decken sich die Chinesen besonders gerne mit dem Edelmetall ein, so Bloomberg. In diesem Jahr beginnt das chinesische Jahr des Hundes am 16. Februar westlicher Zeitrechnung. Analysten der Macquarie Group erwarten der Finanzinformationsplattform zufolge nicht zuletzt deshalb, dass die Preisanstiege beim Gold Börsen-Chart zeigen noch weiter gehen können.

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