Samstag, 26. Mai 2018

Milliardär überträgt Vermögen auf Stiftung George Soros gibt 18 Milliarden Dollar für eine offene Gesellschaft

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REUTERS

Den Rechten in Europa und den USA ist er ein Dorn im Auge: Der US-Milliardär George Soros hat 18 Milliarden Dollar und damit einen Großteil seines Vermögens seiner Stiftung "Open Society" übertragen. Der Name der Stiftung ist Programm. Der spektakuläre Schritt dürfte die soziale und politische Debatte vor allem in den USA weiter anheizen.

US-Milliardär George Soros hat einen Großteil seines Vermögens an seine Stiftung "Open Society" übertragen. Insgesamt handle es sich um 18 Milliarden Dollar, berichteten das "Wall Street Journal" und die "New York Times" (NYT) am Dienstag. Nie zuvor hat eine einzelne Privatperson einer einzelnen Stiftung mehr Vermögen übertragen, so die NYT. Damit sei Soros' Stiftung die zweitgrößte in den USA hinter der Organisation von Microsoft-Gründer Bill Gates.

Soros hatte die Stiftung vor mehr als 30 Jahren gegründet. Der Philanthrop und politische Kopf wählte den Namen der Stiftung bewusst in Anlehnung an das weltberühmte Buch "Die offene Gesellschaft und ihre Feinde" des Philosophen Karl Popper. Soros' "Open Society" setzt sich für demokratische Bewegungen und Menschenrechte in mehr als 120 Ländern ein.

In der jüngsten Vergangenheit sorgte die Stiftung für Schlagzeilen, weil sie in den USA Organisationen unterstützt, die sich für die Rechte von Schwulen und Lesben und gegen polizeiliche Gewalt einsetzen. Sie unterstützt gesellschaftliche Minderheiten vielfach und vielerorts.

So finanziert "Open Society" zum Beispiel auch ein Zentrum zur Förderung der Kunst und Kultur der Roma und unterstützte Organisationen mit Millionen, die nach der Wahl Donald Trumps Menschen vor Übergriffen von rassistischen und nationalistischen Gruppierungen schützten. "Wir müssen etwas tun, gegen das, was hier passiert", hatte Soros in November vergangenen Jahres sein Engagement begründet.

Soros' Stiftung verfolgt aber auch rein humanitäre Ziele und finanzierte zum Beispiel Behandlungszentren zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie, die 2014 in mehreren westafrikanischen Ländern ausbrach und bis zu 28.000 Tote forderte.

Die Proteste gegen die von George Soros gegründete Elite-Uni in Budapest im April 2017 weiteten sich zu Massenprotesten gegen die rechtsnationale Regierung unter Viktor Orban aus

Soros (87), der in Ungarn geboren wurde, hatte ein Vermögen mit Wetten gegen das britische Pfund 1992 gemacht, "Forbes" schätzt es aktuell auf 23 Milliarden Dollar. Das heißt, den überragenden Teil seines Vermögens hat Soros damit seiner Stiftung überschrieben. Der nicht unumstrittene Hedgefonds-Manager hatte im US-Wahlkampf 2016 - anders als Vertreter seiner Zunft - sich klar gegen Donald Trump ausgesprochen und die demokratische Kandidatin Hillary Clinton unterstützt.

Soros gilt auch als scharfer Kritiker des rechtskonservativen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban, der wiederum aus seiner Abneigung gegen den Milliardär und politischen Freigeist keinen Hehl macht. So erließ die Regierung Orban ein Gesetz, das den Betrieb der von Soros gegründeten Elite-Universität CEU in Budapest gefährdete. Zehntausende demonstrierten im Frühjahr für den Fortbestand der Central European University (CEU) in Budapest. Die Regierung ruderte zurück und genehmigte den Fortbestand der Hochschule unter Auflagen. Diese scheint sie seit Anfang Oktober zu erfüllen.

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