Montag, 11. Dezember 2017

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Geldanlage-Know-how So drehen Sie an der wichtigsten Schraube in ihrem Depot

Feintuning: Auch beim Geldanlagedepot lässt sich der Erfolg mit verschiedenen Schrauben justieren

Ob Kurse steigen oder fallen, können private Geldanleger nicht beeinflussen. Einen der wichtigsten Faktoren allerdings schon: die Kosten.

Die Zinsen im Dauertief, die Aktienkurse in Turbulenzen, die Immobilienpreise auf gefährlichen Höhen - Anleger haben es nicht leicht, wenn sie zurzeit eine einigermaßen attraktive Rendite mit ihren Investments erzielen wollen. Dabei übersehen viele jedoch, dass sie an einer wichtige Stellschraube zur Verbesserung der Investmenterträge selbst drehen können, nämlich bei den Kosten.

Die Entwicklung der Wirtschaft, der Erfolg von Aktiengesellschaften, die Zinspolitik der Zentralbanken, das Geschick von Portfoliomanagern in Fonds- oder Versicherungsfirmen, ja selbst die Migrationsströme der Bevölkerung, die sich auf die Immobilienpreise auswirken können - es gibt beinahe unzählige Faktoren, die das Ergebnis der Geldanlage beeinflussen, ohne dass der einzelne Investor viel daran ändern kann. Die Höhe der Kosten, die mit seinen Investments verbunden sind, kann er jedoch zumindest mitbestimmen. Nämlich zum Beispiel indem er schon bei der Auswahl seiner Geldanlageprodukte auf diesen Faktor achtet.

Dabei macht schon eine einfache Rechnung deutlich, wie stark sich der Kostenfaktor auf das Investmentergebnis auswirken kann: Wer beispielsweise 100.000 Euro in Investmentfonds anlegt und diese für 20 Jahre in seinem Depot unberührt liegen lässt, verfügt bei einer angenommenen jährlichen Durchschnittsrendite von 5 Prozent und unter Nichtberücksichtigung steuerlicher Einflüsse am Ende über einen Betrag von etwas mehr als 265.300 Euro - allerdings nur unter der Annahme, dass keine Kosten anfallen.

Allein ein anfänglicher Ausgabeaufschlag von 5 Prozent beispielsweise, den nach wie vor vielen Fondsanbieter verlangen, reduziert das letztendliche Investmentergebnis um beinahe 13.000 Euro auf knapp 252.700 Euro.

So wirken sich die Kosten auf das Ergebnis aus

Noch heftiger schlagen zudem laufende Kosten ins Kontor. Aktiv gemanagte Investmentfonds etwa berechnen in der Regel für das Management und die Verwaltung der Anlegergelder bis zu 2 Prozent pro Jahr. In unserem Beispiel - ohne Ausgabeaufschlag - würde sich das Anlageergebnis dadurch in den angenommenen 20 Jahren auf knapp 178.100 Euro reduzieren - ganze 87.200 Euro landeten bei der Fondsgesellschaft.

Kein Wunder also, dass zahlreiche Investmentexperten immer wieder dazu raten, bei der Geldanlage die Kosten im Auge zu behalten. Auch Ex-"Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann und der frühere Bankvorstand Leonhard "Lenny" Fischer geben an, bei ihrem neuen Investmentfonds, den sie in dieser Woche exklusiv im manager magazin ankündigten, und der ein Milliardenvolumen erreichen soll, mit vergleichsweise niedrigen Kosten punkten zu wollen.

Investmentfonds sind allerdings nicht die einzigen Anlageprodukte, bei denen allzu hohe Kosten das Ergebnis beeinträchtigen können. Lebensversicherungen, festverzinsliche Bankprodukte, Immobilieninvestments - bei so ziemlich allen Gelegenheiten am Kapitalanlagemarkt gilt es den Kostenfaktor im Auge zu behalten.

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