Mittwoch, 12. Dezember 2018

Teuerster Diamant der Welt Diamantenfieber - was Anleger wissen müssen

Groß, glitzernd, millionenschwer: Die teuersten Diamanten der Welt
REUTERS

Rekord in Genf: Der Diamant "Pink Star" wurde für sagenhafte 62 Millionen Euro versteigert. Auch wegen der Turbulenzen beim Gold wenden sich viele Anleger den Glitzersteinen zu. Wer damit Rendite machen will, braucht aber nicht nur viel Geld.

Hamburg - Kein Text über Diamanten, der nicht mit einem passenden Zitat oder Songtitel beginnen würde. Also bitte: "Diamonds are forever". Mit der Titelzeile zu James Bonds "Diamantenfieber" wendet sich Shirley Bassey zwar nicht unbedingt direkt an schnöde Geldanleger. Aber auch viele Investoren, die sich die edlen Steine kaufen, um damit Rendite zu machen, müssen irgendwann feststellen: "Diamonds are forever" - im Depot.

Und wenn nicht "für immer", dann doch zumindest für sehr lange Zeit. Denn nicht jeder Stein lässt sich so gut zu Geld machen, wie der knapp 60-karätige "Pink Star", der am Mittwochabend in Genf versteigert wurde. Bei dem Diamanten handelt es sich um den größten bekannten Stein seiner Farbkategorie - und mit dem Auktionsergebnis von 68 Millionen Schweizer Franken (inklusive Gebühren für das Auktionshaus: 62 Millionen Euro) um den bislang am teuersten versteigerten überhaupt.

In der Liga spielt der normale Privatmann allerdings bekanntlich nicht mit. Für ihn ist es vielmehr äußerst schwierig, im Diamantengeschäft mitzumischen. Noch schwieriger ist es zudem, dabei auch Gewinne zu machen. Zwar kann man Diamanten bei jedem Juwelier an der Ecke kaufen. Aber die Steine auch zu einem guten Preis wieder los zu schlagen - das ist mitunter ein ziemliches Problem.

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Der nächstliegende ist die Mehrwertsteuer von 19 Prozent, die hierzulande beim Kauf im Einzelhandel fällig wird. Den Aufschlag können Privatleute beim Weiterverkauf kaum erheben - er muss durch einen Preisanstieg hereingeholt werden. Wer die Steuer umgehen oder zumindest reduzieren will, kann seine Edelsteine zwar im Ausland erwerben. Dort - oder in einem sogenannten Zollfreilager - muss er sie dann aber auch aufbewahren sowie wieder veräußern.

Hohe Margen bei Juwelieren und Schmuckindustrie

Daheim lagern, ansehen und anfassen - das geht dann nicht. Denn bei der Einführung in die Bundesrepublik wird wiederum die hiesige Mehrwertsteuer fällig, beziehungsweise die Differenz zwischen der bereits im Ausland gezahlten und der deutschen Abgabe.

Und das ist nicht der einzige Grund, aus dem Fachleute davon abraten, Diamanten zu Anlagezwecken beim Juwelier oder im Schmuckgeschäft zu erwerben. Denn die Händler erzielen mit den Steinen gewaltige Gewinne. Marktkenner sprechen beispielsweise von Aufschlägen in der Schmuckindustrie von bis zu 100 Prozent.

Einer Studie der Berenberg Bank und des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) zufolge betragen zudem die Margen im Großhandel 30 bis 60 Prozent. "Ohne Insiderkontakte wird es kaum gelingen, diese Marge entscheidend zu verkleinern", schreiben die Autoren. "Ist der Einkauf im günstigen Fall schon 30 % zu teuer, entsteht beim späteren Verkauf das nächste Problem."

Eine Alternative sind beispielsweise Online-Händler, von denen es immer mehr gibt und die eigenen Angaben zufolge auf einen Pool von mehreren hunderttausend Steinen zugreifen können. Diese Plattformen werben meist mit erheblichen Preisvorteilen. "Bis zu 70% bessere Preise als im traditionellen Schmuckeinzelhandel", verspricht etwa die Verkaufswebsite Yorxs.de. Ähnliches gilt für Diamondax.de, eine Website, die vor wenigen Jahren als eine der ersten in diesem Markt an den Start ging.

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