Samstag, 16. Dezember 2017

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Smartphone-Mining und Wallet-Klau So stehlen Hacker digitales Geld

Bitcoin-Illustration

Digitale Währungen sind nicht nur als Spekulationsobjekt gefragt. Kriminelle machen mit kreativen Methoden Jagd auf Bitcoin und Co. Teilweise nutzen sogar legal operierende Firmen deren Werkzeuge.

Erneut ist eine Plattform für Digitalwährungen zum Opfer eines Hackerangriffs geworden. Bei dem Startup Tether haben Unbekannte knapp 31 Millionen Dollar erbeutet, teilte das Unternehmen mit. Immer wieder werden Anbieter digitaler Zahlungsmittel wie Bitcoin, Ethereum oder Litecoin zum Ziel von Kriminellen.

Inzwischen gibt es rund 1300 verschiedene Kryptowährungen und es kommen ständig neue hinzu. Deren Börsenwert beläuft sich dem Branchendienst Coinmarketcap.com zufolge zusammengerechnet auf rund 240 Milliarden Dollar. Selbst Notenbanken tüfteln inzwischen an eigenen Versionen eines virtuellen Bargeld-Ersatzes.

Doch Hacker lockt nicht nur der Hype und die große Zahl der Anbieter an. Bei den Plattformen gibt es auch einiges zu holen. Bei ihren Überfällen erbeuten sie manchmal Millionen. So wurden bisher insgesamt knapp eine Million Bitcoin gestohlen - zum aktuellen Kurs ist das eine Beute von 8,2 Milliarden Dollar. Einige Betreiber von Handelsplattformen sind dabei in die Insolvenz gerutscht.

Handelsplattformen sind begehrtes Ziel

Einer Studie von Tyler Moore zufolge, einem Professor für Cyber-Sicherheit an der Universität von Tulsa, wurden seit der Erfindung von Bitcoin 2009 bis 2015 ein Drittel aller Handelsplattformen für Krypto-Währungen gehackt. Angaben der Datenschutz-Organisation Privacy Rights Clearinghouse zufolge lag die Quote bei US-Banken im gleichen Zeitraum bei einem Prozent.

Oft kommen die Hacker bei ihren Beutezügen unerkannt davon. Es ist schwer, im Internet Spuren nachzuverfolgen, da sich die Täter durch Verschleierung ihrer IP-Adressen tarnen und oft auf Rechner auf mehreren Kontinenten zurückgreifen. Sie nutzen dazu beispielsweise Botnetze und Anonymisierungsdienste. In einigen Fällen gehen die Strafverfolgungsbehörden auch davon aus, dass Insiderwissen ausgenutzt wurde.

Digitale Währungen wie Bitcoin basieren auf der sogenannten Blockchain-Technologie. Dabei handelt es sich um eine verschlüsselte Datenbank, in der alle Transaktionen gespeichert werden. Neue Informationen werden wie weitere Blöcke in chronologischer Reihenfolge an die Kette vorheriger Daten angehängt. Daher stammt auch der Name, der auf deutsch Kette von Blöcken bedeutet.

Das System soll gewährleisten, dass die virtuellen Münzen nur einmal ausgegeben werden können. Miner verdienen unter anderem daran, dass sie diese Transaktionen in einem aufwendigen Rechenprozess in der Blockchain verschlüsseln.

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