Dienstag, 11. Dezember 2018

Preishausse Experten sehen Gold weiter auf Höhenflug

Goldbarren: Der Preisanstieg des Edelmetalls könnte noch eine Zeit lang weitergehen

Niedrige Zinsen und unsichere Kapitalmärkte haben den Goldpreis seit Jahresanfang erneut in die Höhe getrieben. Experten sehen den Höhenflug noch längst nicht beendet - gerade erst wurde eine wichtige Barriere passiert.

Hamburg - Ob als Halskette, Barren, Münze oder Fonds, der Goldrausch ist offenbar noch nicht vorbei. Trotz des Anstiegs seit Jahresbeginn sehen Rohstoffexperten für den Goldpreis Börsen-Chart zeigen 2012 noch Luft nach oben. Seit Jahresbeginn haben die Notierungen schon um knapp 14 Prozent zugelegt auf derzeit 1776 Dollar je Feinunze. Vor allem die Aussicht auf weiter niedrige Zinsen in Europa und den USA mache das Edelmetall für Anleger weiter attraktiv, sagen die Fachleute.

Die Royal Bank of Scotland (RBS) macht in einer aktuellen Analyse zudem darauf aufmerksam, dass der Preis technisch gesehen bei 1763 Dollar je Unze gerade einen wichtigen Widerstand nach oben durchbrochen habe. "Gelingt der Sprung über die Hürde bei 1800 Dollar, wäre dies als klares Kaufsignal zu werten", so die RBS. "Dann ist auch mit einem baldigen Angriff auf das bisherige Allzeithoch bei 1921,15 Dollar zu rechnen."

Andere Fachleute setzen ihre Ziele noch höher. "Ich rechne damit, dass der Goldpreis in diesem Jahr über 2000 Dollar steigt", prognostiziert etwa Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der auf die Beratung von Rohstofffonds spezialisierten Stabilitas Fonds. "Der wichtigste Grund dafür sind die viel zu niedrigen Zinsen in vielen Ländern. Dadurch steigt die Geldmenge und damit die Inflation."

In den wichtigen Volkswirtschaften liegen die Zinsen derzeit auf sehr niedrigem Niveau. In der Euro-Zone notiert der Leitzins bei einem Prozent, in den USA und Japan bei Null. Ende Januar hatte die US-Notenbank Fed sogar angekündigt, an ihrer Nullzinspolitik bis Ende 2014 festzuhalten. "Dieses Szenario ist klar positiv für Gold, denn mit Gold können sich Anleger gegen Inflation absichern", erläutert Siegel.

Gold könnte 2012 ein Plus von 20 Prozent erzielen

Dass die Zinsen in den USA niedriger sind als in der Euro-Zone bietet europäischen Anlegern zudem einen weiteren Vorteil. Denn das schwächt in der Regel den Dollar, was wiederum das in Dollar gehandelte Edelmetall für Anleger aus dem Euro-Raum günstiger macht.

Rohstoffanalyst Gabor Vogel von der DZ Bank rechnet zum Ende des Jahres mit einem Goldpreis von 1950 Dollar je Unze. Die Nachfrage sei ungebrochen. "Keiner will Gold wirklich verkaufen", argumentiert er.

Die Analysten der Commerzbank erwarten einen Anstieg bis auf 1900 Dollar. "Das sollte aber erst in der zweiten Jahreshälfte der Fall sein", prognostiziert Commerzbank-Experte Carsten Fritsch. Zum jetzigen Niveau wäre das noch ein Plus von mindestens knapp 7 Prozent.

Gemessen am Schlusskurs 2011 könnten Goldanleger also bis Ende 2012 ein Plus von mehr als 20 Prozent verbuchen. Eine Rendite von der Investoren an den europäischen Aktienmärkten zuletzt nur noch träumen konnten. Aber: Der Nimbus des sicheren Hafens schützt die Anleger nicht vor Verlusten und nervenaufreibenden Schwankungen. Zwar hatten sie im Sommer vergangenen Jahres, als sich die Euro-Schuldenkrise zuspitzte, Grund zum Jubeln. Der Preis für das Edelmetall stieg auf das Rekordhoch von gut 1921 Dollar je Feinunze.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH