Mittwoch, 15. August 2018

Schmuck als Investment Geschmeide statt Geldmarkt?

Glanzstücke: Teurer Schmuck und seine Geschichte
Fotos
Sotheby's

Schmuck als Geldanlage, kann das gutgehen? Kann es, sagen Experten. Aber nur, wenn bestimmte Regeln eingehalten werden. Vielen Schmuckfreunden geht es eher um Werterhalt - denn Wertsteigerungen mit Schmuckstücken zu erzielen, ist ein schwieriges Geschäft.

Hamburg - Oma wusste es. Ein gutes Schmuckstück, das ist nicht nur was für Herz, sondern etwas für die Ewigkeit. Etwas, das sich auch in der Krise zu Geld machen lässt. Doch ganz so einfach ist das nicht. Gerade jetzt.

Denn gerade jetzt ist es verführerisch, Geld in Schmuck zu investieren. "Die Menschen stecken ihr Geld halt in berührbare Anlageformen, wenn die Bankkonten nur geringe Zinsen abwerfen." Das sagt kein Bankberater, sondern Jean Ghika, die beim Auktionshaus Bonhams Direktorin für den Bereich Schmuck in Europa und Großbritannien ist. "Seltene historische Schmuckstücke, Juwelen einer bestimmten Epoche, einzigartige Stücke von Künstlern, wichtige Diamanten und Edelsteine sowie natürliche Perlen erzielen derzeit unglaubliche Preise," erzählt sie.

Auch Daniela Mascetti, Schmuckspezialistin bei Sotheby's, macht die gleiche Beobachtung. "In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit tendieren die Menschen zu berührbaren Werten wie Schmuck oder auch Kunst. Diamanten und Schmuck der höchsten Qualität und Seltenheit, ebenso wie Meisterwerke anderer Kunstrichtungen, haben einen inneren Wert."

Kein Wunder. Denn mit Aktien haben die Menschen eher eine Bauchlandung hingelegt. Anleihen wiederum leiden unter dem Stigma der hohen Staatsverschuldung und der damit einhergehenden Unsicherheit. Und Immobilienfonds haben - spätestens seit einige von ihnen abgewickelt wurden - ihren Charakter als sicherer Anlagehafen verloren.

Nun also Schmuck. Und dessen Daten lesen sich beeindruckend. "Im November 2010 hat Sotheby's in London ein Armband von Cartier verkauft, das mit Onyx und Diamanten einen Panther darstellte", sagt Mascetti. "Es gehörte der Herzogin von Windsor. Die Schätzungen für den Verkaufswert lagen zwischen 1 und 1,5 Millionen Pfund. Verkauft wurde es dann für 4.521.250 Pfund." Zahlen, die die Menschen träumenlassen.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH