Donnerstag, 24. August 2017

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Kapitalanlage Die sieben großen Gefahren für Ihr Geld

Staatsschulden, Preisstabilität, Spekulationsblasen und, und, und - Unwägbarkeiten, die den Aufschwung der Weltwirtschaft gefährden können, gibt es viele. Noch mehr Risiken bergen zurzeit die Anlagemärkte. manager magazin nennt die wichtigsten - und sagt, wie Anleger sich davor schützen können.

Hamburg - Wirtschaftskrise? War da was? Nach der schlimmsten Rezession der Nachkriegszeit, die beispielsweise Deutschland im vergangenen Jahr einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 5 Prozent bescherte, stehen die Zeichen weltweit wieder auf Wachstum. Hierzulande beispielsweise ist dieses Jahr beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) Ökonomen zufolge ein Plus von fast 2 Prozent möglich.

Gefahr im Hörer: Auch die Börsenhändler in New York müssen auf der Hut sein
Für Anleger erfreulich: Nicht nur die Aktienmärkte haussieren. Auch bei anderen Asset-Klassen stabilisiert sich augenscheinlich die Lage - oder mehr als das. Der Ölpreis etwa hat sich seit dem Frühjahr 2009 verdoppelt. Und mit dem Goldpreis ging es - von Korrekturen abgesehen - während der gesamten Krise aufwärts, was wohl daran liegt, dass das Metall als sicherer Hafen in turbulenten Zeiten gilt.

Doch Vorsicht, noch immer bedrohen zahlreiche Risiken den Aufschwung der globalen Ökonomie - und damit auch den der Anlagemärkte. "Die Weltwirtschaft bewegt sich zurzeit auf einem sehr schmalen Grat", sagt Eberhard Weinberger, Vorstand der DJE Kapital AG. "Sie wächst zwar, sodass auch die Börsen aufwärts tendieren. Der Aufschwung ist aber noch zu fragil, als dass zum Beispiel die Notenbanken bereits wieder die Zinsen heraufsetzen könnten." Laut Weinberger könnte bereits eine geringfügige Störung den Aufwärtstrend gefährden.

Ob es dazu kommt, hängt zum Großteil von der Entwicklung auf sechs großen Risikofeldern ab, die Experten zurzeit an den Märkten sehen (und die zumeist miteinander zusammenhängen): Die ausufernden Schulden von Staaten und Privatleuten, die mögliche Entstehung neuer Spekulationsblasen, die Frage der Preisstabilität, die Entwicklung der Arbeitslosigkeit sowie eine mögliche Kreditklemme, die beide unmittelbar das Wachstum gefährden können, und - last but not least - das Timing der Notenbanken beim anstehenden Exit aus der lockeren Geldpolitik.

"Die größte Gefahr stellt sicher die immense Verschuldung im privaten und im öffentlichen Sektor dar", sagt Weinberger. "Dieses Thema hängt wie ein Damoklesschwert über den Volkswirtschaften und wird uns sicher auch noch sehr lange beschäftigen."

Der Grund: Die hohen Staatsschulden erschweren den Staaten zunehmend konjunkturstützende Ausgaben. Gleichzeitig ist die wirtschaftliche Entwicklung nach Einschätzung des Fachmanns vielerorts aber noch so schwach, dass Steuereinnahmen eher sinken, als dass sie steigen und die Staatsetats so entlasten würden. "Über kurz oder lang werden die Staaten ihre Einnahmen aber eher steigern müssen", so Weinberger. "Das wiederum kann ebenfalls den Aufschwung bremsen."

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