Mittwoch, 14. November 2018

Gold "Die Dienstmädchen-Hausse"

Der Preis für den Rohstoff Gold steigt und steigt. Mittlerweile ist eine Unze schon rund 1000 Dollar teuer - lohnt für Anleger der Einstieg zu diesen Konditionen überhaupt noch? Raimund Saxinger mahnt zur Vorsicht. Warum, erklärt der Anlageexperte der Fondsgesellschaft Frankfurt Trust im Gespräch mit manager-magazin.de.

mm.de: Herr Saxinger, Gold Börsen-Chart zeigen wird immer teurer - und Experten sagen, es würde weiter aufwärtsgehen mit dem Goldpreis. Teilen Sie diese Meinung?

Saxinger: Kurzfristig kann sich der Preis sicherlich noch etwas nach oben bewegen, zum Beispiel aus charttechnischen Gründen. Wenn so ein Punkt wie die 1000-Dollar-Marke fällt, ist das auch für institutionelle Anleger ein wichtiger Punkt.

mm.de: Und langfristig?

Saxinger: Langfristig gibt es für Gold vor allem zwei Treiber, das wäre die Inflation sowie die Knappheit. Und für beides sehe ich keine Anhaltspunkte.

Der Höhepunkt: Und welche Richtung nimmt die Entwicklung des Goldpreises künftig?
mm.de: Aber die Goldvorkommen sind doch endlich, wenn man einmal vom Scrap-Gold absieht.

Saxinger: Das ist schon richtig, aber Gold wird ja nicht gerade zu vielen Dingen benutzt.

mm.de: Ein bisschen Industrie, ein bisschen Schmuck …

Saxinger: Ja. Aber im Gegensatz zu Öl wird Gold ja nicht verbrannt. Wo sollen denn da noch große Steigerungen herkommen.

mm.de: Ist Gold bei diesen Preisen eigentlich teuer oder billig?

Saxinger: Denken Sie daran, dass Gold in Dollar Börsen-Chart zeigen gerechnet wird. Für Investoren aus Euroland verzerrt das die Realitäten schon etwas. Zumal man sich fragen muss, woher die Steigerungen kamen - war Gold so stark oder der Dollar so schwach.

mm.de: Weil beide sich oft gegenläufig entwickeln?

Saxinger: Genau. Es ist also besser, Gold zum Beispiel mit Öl zu vergleichen; beides wird ja in Dollar gerechnet. Und bei dieser Rechnung sieht es schon anders aus. Im Hoch musste man 30 Barrel pro Feinunze bezahlen, im Tief 5 bis 6 Barrel. Und im Schnitt waren es so um die 12 bis 13. Aktuell sind es 14,6. Gold ist also etwas teurer als im Schnitt - und daher drängt es sich zum Kauf nicht gerade auf.

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