Donnerstag, 25. August 2016

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Geldanlage Sicher durch die Krise

Manchen Vermögensverwaltern ist ein Kunststück gelungen: Während private Anleger in der Finanzkrise Milliarden Euro verloren, hielten sie die Verluste ihrer Kunden in engen Grenzen. manager-magazin.de hat deshalb vier der bekanntesten deutschen Vermögensexperten nach ihren Krisenrezepten gefragt - und ihren Zukunftstipps.

Düsseldorf/Hamburg - Die Deutschen waren noch nie so reich, wie vor der Finanzkrise. Nahezu 4,5 Billionen Euro hatten sie in diesem Jahr auf der hohen Kante, hat die Bundesbank ermittelt. Allerdings bevor der Börsenalptraum begann.

Finanzanlagen: Erfolgreiche Vermögensverwalter reduzierten weit vor dem Höhepunkt der Finanzkrise ihre Aktienquoten
Nach den harschen Rücksetzern an den Aktienmärkten von New York über Tokio bis nach Frankfurt am Main werden es jetzt wohl einige Milliarden Euro weniger sein. Umso drängender stellt sich für viele Anleger die Frage, wie sie in der Krise reagieren sollen. Und was sie vielleicht hätten besser machen können, um gar nicht erst in den tiefen Abwärtssog hineingezogen zu werden.

"Entscheidend war die frühzeitige Reduzierung der Aktienquote", sagt der Kölner Vermögensverwalter Markus Zschaber. "Wir haben in unseren Fondsdepots schon weit vor einem Jahr Schritt für Schritt den Anteil der Aktienfonds zuerst auf 15 Prozent des Gesamtportfolios gesenkt, in der Krise dann um acht weitere Prozentpunkte gedrückt. Stattdessen haben wir beispielsweise krisensichere offene Immobilienfonds ins Portfolio gehoben."

Der Erfolg zahlt sich jetzt für seine Kunden aus: Bisher steht Zschabers Beispieldepot mit 5 Prozent im Minus. Das ist deutlich weniger als beispielsweise Deutschlands Vorzeigeaktienindex Dax Börsen-Chart zeigen oder das amerikanische Topbörsenbarometer Dow Jones Industrial Börsen-Chart zeigen in den vergangenen zwölf Monaten an Wert verloren haben; der Dax sauste in dieser Zeit um etwa 35 Prozent in den Keller, sein US-Pendant noch etwas mehr.

Gut schlägt sich bisher auch der Münchener Vermögensverwalter Jens Erhardt, der auch vom frühzeitigen Umschichten seiner Geldanlagen profitierte. "Für uns war die zwischenzeitlich schlechte Kursentwicklung vieler Finanztitel ein Vorbote für die sich anbahnende Finanzkrise. Deshalb haben wir seit Herbst vergangenen Jahres generell deutlich weniger als zuvor auf Aktien gesetzt", sagt Erhardt. Worauf er stattdessen ausgewichen ist? "Wir haben vermehrt auf Goldanlagen gesetzt, als Krisen- und Inflationsschutz."

Beide Vermögensverwalter glauben, dass sie auf Jahressicht mit ihrer Krisenstrategie zumindest eine schwarze Null für ihre Kunden erreichen werden, Jens Erhardt hält sogar ein Plus von bis zu 5 Prozent für möglich. Für deutsche Sparer muss das wie ein Traum wirken, die in vielen ihrer Fonds Einbrüche von 40 Prozent und mehr verschmerzen müssen, beispielsweise im UniGlobal Börsen-Chart zeigen der Volks- und Raiffeisenbank-Tochter Union Investment oder dem Investa-Fonds der Deutsche-Bank-Tochter DWS; auf beide Fonds haben hunderttausende Bundesbürger gesetzt.

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