Dienstag, 24. April 2018

Calpers Wie man 250 Milliarden Dollar anlegt

Einer der größten Anleger weltweit ist der Pensionsfonds Calpers, der die Ersparnisse von rund 1,5 Millionen Kaliforniern und rund 248 Milliarden Dollar verwaltet. Wie die verschwiegenen Herren über das Geld diese Aufgabe lösen, obwohl gut die Hälfte der Fondsgelder in Aktien steckt, berichten sie exklusiv in manager-magazin.de.

mm.de: Sie halten fast die Hälfte Ihres Geldes in Aktien - überraschend bei den Ängsten vor einer hohen Inflation, einer Rezession oder gar Stagflation.

Nahezu unsichtbar: Groß ist er, aber kaum zu sehen. Die Entscheider von Calpers, die immerhin rund 250 Milliarden Dollar verwalten, wollen nicht an die Öffentlichkeit. Es gibt daher kein Foto, bedauert der Sprecher Clark McKinley. Ähnlich verschwiegen sind die Staatsfonds.
PNAS / Geoff Shester
Nahezu unsichtbar: Groß ist er, aber kaum zu sehen. Die Entscheider von Calpers, die immerhin rund 250 Milliarden Dollar verwalten, wollen nicht an die Öffentlichkeit. Es gibt daher kein Foto, bedauert der Sprecher Clark McKinley. Ähnlich verschwiegen sind die Staatsfonds.
McKinley: Sie haben recht, wir sind mit über der Hälfte unserer Assets in Aktien investiert, was über die Jahre eine gute Performance lieferte. Wie auch immer, wir haben inzwischen begonnen, Aktien etwas abzubauen. Gleichzeitig verstärken wir unsere Investments in Private Equity, Immobilien und unsere neue inflationsgesicherte Asset-Klasse. Das sind Rohstoffe, Infrastruktur, Wald und Linkers. In der Rezession 2001 bis 2002 haben wir 50 Milliarden Dollar vor allem mit Aktien verloren, dann 120 Milliarden infolge der vier starken Folgejahre gewonnen.

mm.de: Und die drohenden gesamtwirtschaftlichen Gefahren?

McKinley: Unser früherer CIO, Russell Read, hat das Board bereits darauf hingewiesen, dass die Federal Reserve Bank in einer schwierigen Position ist. Auf der einen Seite versuchen sie, die Marktliquidität zu erhalten und eine Rezession zu unterbinden, auf der anderen Seite die Inflation zu bekämpfen. Darüber hinaus geben wir keine Meinung ab. Wir handhaben das Wetter, wir sagen es aber nicht vorher.

mm.de: Noch einmal zum Thema Inflation: Wie gehen Sie damit um?

McKinley: Wir haben uns schon immer nach Möglichkeiten der Inflationsabsicherung umgesehen. PE-Investments sind so ein Hedge, aktuell haben wir rund 25 Milliarden Dollar dort investiert und zum April 2008 einen Wertzuwachs von 20 Prozent auf ein Jahr erzielt. Unsere neue inflationsgeschützte Anlageklasse ist ein anderer Hedge, der uns 17 Prozent seit seiner Auflage brachte. Und Immobilien sind wieder eine andere Absicherung.

Das Ziel bei so einer Sicherung ist es, Assets mit einer geringen Korrelation zu den Aktienmärkten zu haben. Begonnen haben wir damit vor 76 Jahren mit Anleihen. Und wir investieren noch immer in Renten als nachweislicher Portfoliodiversifizierer.

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