Mittwoch, 19. Dezember 2018

Rente Das Niveau ist kaum zu halten

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, die Deutsche Rentenversicherung hat ihn jetzt geliefert. Das heutige Rentenniveau ist selbst mit privater und betrieblicher Vorsorge kaum zu halten, wie eine groß angelegte Studie zeigt. Vielen Menschen in Deutschland droht Altersarmut.

Hamburg - Trotz Riester-Rente - das Risiko von Altersarmut in Deutschland wächst für weite Bevölkerungsteile. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Altersvorsorge in Deutschland 2005" (Avid), ein Forschungsprojekt der Deutschen Rentenversicherung (DRV) und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

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Aus der Rentenstatistik und anderen Quellen können Experten heute zwar relativ genau die Einkünfte der heutigen Rentnergeneration beziffern. Mit "Avid 2005" habe aber erstmals eine Studie über Modellrechnungen versucht, diese Informationen repräsentativ für die Jahrgänge 1942 bis 1961 zu ermitteln - also Menschen, die in den nächsten fünf bis 25 Jahren in Rente gehen.

Dabei greift die Erhebung nicht nur auf die umfangreichen Umfrageergebnisse von 15.000 Personen in den vergangenen Jahren zurück, sondern ebenso auf zu erwartende Alterssicherungsanwartschaften außerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung.

Im Alter weniger Geld

Dabei zeigt sich, dass zwar 95 Prozent der Westdeutschen und nahezu 100 Prozent der Ostdeutschen bei Eintritt in das Rentenalter Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung erworben haben werden. Viele heute Erwerbstätige in Deutschland werden im Ruhestandsalter allerdings mit weniger Geld auskommen müssen als die heutige Rentnergeneration. Vor allem die Menschen in Ostdeutschland müssen wegen rückläufiger Beitrags- und Beschäftigungszeiten mit weniger Rentenanwartschaften aus der gesetzlichen Rentenversicherung rechnen.

Und selbst wenn jeder Arbeitnehmer privat zum Beispiel über eine Riester-Rente für das Alter vorsorgen sollte, dürften seine Renteneinkünfte zwischen 5 und 7 Prozent unter dem heute durchschnittlichen Niveau der Ruheständler liegen.

Bedrohlich könnte die Situation im Alter insbesondere für Langzeitarbeitslose, geringfügig Beschäftigte und kleine Selbständige werden, die keinem berufsständischen Versorgungswerk angehören. Diese Gruppen weisen die geringsten Rentenanwartschaften aus und drohen im Alter zum Sozialfall zu werden. Vor einer ähnlichen Entwicklung hat jüngst eine OECD-Studie gewarnt.

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