Donnerstag, 17. Januar 2019

Städtevergleich Wo die Sparmeister wohnen

Welche Stadt hortet den größten Schatz? Erstmals hat sich jemand die Mühe gemacht, die Sparquote der privaten Haushalte für jede einzelne Gemeinde Deutschlands auszurechnen. manager-magazin.de zeigt, wo laut der Dekabank-Studie die größten Chancen für den Aufbau von Vermögen liegen.

Hamburg - Die Deutschen sparen zu viel. Oder zu wenig, je nachdem, ob es um die Konjunktur oder um ihre Altersvorsorge geht. Denn je mehr sie sparen, desto weniger können sie - bei gleich bleibendem Einkommen - für Konsum ausgeben. Die deutschen privaten Haushalte legen im Schnitt 9,1 Prozent ihres Einkommens zurück, um neues Geldvermögen zu bilden.

Sparstrumpf: Die Deutschen legen einen hohen Anteil ihres Einkommens für die Zukunft zurück
In den USA ist die Sparquote weitaus geringer. In den vergangenen Jahren zapften viele Amerikaner sogar mehr alte Ersparnisse an, als sie neue anlegten. Das war auf Dauer riskant, wie sich in der aktuellen Kreditkrise zeigt - aber es half, einen beispiellosen Boom anzutreiben. Der deutsche Aufschwung dagegen hat bei allen Erfolgen noch immer ein lahmes Bein, nämlich den privaten Konsum.

Sollten wir also alle einfach mehr ausgeben? Vermögensberater und Finanzinstitute sehen das anders. Schließlich können wir das, was wir heute verbrauchen, nicht Gewinn bringend anlegen, beispielsweise um für das Alter vorzusorgen. Je höher die Sparleistung, desto größer die Chancen für zukunftsträchtige Investments. Städte mit einer hohen Sparquote sind besonders interessant für den Vertrieb von Fonds, Versicherungen und anderen Finanzprodukten.

Doch bisher kannte man die Sparquote nur auf Bundesebene. Wie hoch sie in den einzelnen Städten und Regionen ausfällt, war ein Rätsel der Statistik. Die Dekabank, die Fondstochter der Sparkassen, hat nun "echtes Neuland" betreten, wie es in ihrem Monatsbericht für September heißt. Darin findet sich eine Studie, die genau dieses Problem angeht.

Auf den ersten Blick ist das Ergebnis wenig überraschend. Besonders hoch ist die Sparquote in reichen westdeutschen Städten wie München oder Düsseldorf, am Ende der Tabelle stehen fast nur ostdeutsche Städte mit niedrigem Durchschnittseinkommen. Je höher das Einkommen, desto höher ist die Sparneigung, weil die wesentlichen Konsumbedürfnisse schon erfüllt sind - eine Binsenweisheit der Ökonomie.

Geringverdiener geben in der Regel mehr aus, als sie einnehmen. Heraus kommt eine negative Sparquote, Volkswirte nennen das "Entsparen" - man kann auch "Schulden machen" dazu sagen. Das Gleiche gilt aber auch für sehr junge und sehr alte Menschen, unabhängig von ihrem Einkommen. Während des Erwerbslebens steigt die Sparquote zunächst stark an, beginnt dann aber ab den frühen 30ern zu fallen. "Menschen sparen in jungen Jahren, um im Alter ihren laufenden Konsum zu decken", sagt Stefan Subroweit von der Dekabank, der Autor der Studie.

Die Einkommensstatistik reicht also nicht aus, um herauszufinden, wo in Deutschland die Menschen viel Geld zum Sparen übrig haben und wo eher nicht. Subroweit hat diese Erkenntnisse in seiner Studie umgesetzt. Er hat für jede einzelne Gemeinde in Deutschland erhoben, wie stark das verfügbare Einkommen der Haushalte und das Durchschnittsalter des Haushaltsvorstands vom Bundesdurchschnitt abweicht. Daraus hat er eine um die Faktoren Einkommen und Alter korrigierte Sparquote errechnet.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung