Dienstag, 22. Januar 2019

Devisenfonds Die Dollar-Dompteure

Anteile an einem Aktien- oder Rentenfonds haben fast alle Anleger schon einmal im Depot gehabt. Aber wer interessiert sich schon für Deviseninvestments? Jetzt gibt es die ersten Fonds dieser Art in Deutschland. Und sie versprechen Anlegern nicht nur eine attraktive Rendite.

Deutschlands Anleger strafen ihn mit Nichtachtung. Kaum jemand investiert, obwohl der Devisenmarkt als größter Finanzplatz der Welt gilt. In Bruchteilen von Sekunden werden riesige Summen von Kontinent zu Kontinent geschoben. Jeden Tag bugsieren Händler so Währungen im Wert von 1,9 Billionen US-Dollar um die Welt - rund zwanzig Mal so viel wie mit Aktien umgesetzt wird.

Devisenfonds: Erst seit zwei Jahren in Deutschland erlaubt
Die meisten Privatanleger aber lassen die Finger von Devisengeschäften, weil sie als zu riskant oder zu kompliziert gelten. Dabei bietet das Auf und Ab von Dollar, Yen und Co. aber nicht nur vielen Anlegern attraktive Renditechancen. Sie können ihr Depot mit einem Währungsinvestment auch noch nebenbei wetterfest für stürmische Zeiten an den Aktienmarkt machen. "Währungen entwickeln sich weitgehend unabhängig von den Aktien- und Obligationenmärkten. Anleger, die einen Teil ihres Depots in Devisen anlegen, können somit ihr Risiko breiter streuen", sagt Andreas König, Senior-Fondsmanager bei Activest.

Eine Möglichkeit dazu bietet sich für Sparer mit dem Kauf einiger Anteile an einem entsprechenden Devisenfonds, die es hierzulande erst seit zwei Jahren gibt. Bis dahin durften Investmentfonds Währungen nur zu Absicherungszwecken einsetzen. Seit 2004 sind diese in Deutschland investmentrechtlich eine eigene Anlageklasse wie Aktien und Anleihen. Entsprechend wenige Fonds gibt es bisher.

"Die Nachfrage steigt allerdings exorbitant", sagt Wilhelm Schorn, Chefanleger für Währungen bei der Allianz-Tochter dit. "Immer mehr Investoren erkennen nämlich, dass die Risiko-Return-Eigenschaften eines Portfolios mit Währungsengagements verbessert werden", sagt Achim Walde, Leiter des Währungsmanagements bei der Oppenheim Kapitalanlagegesellschaft.

Zudem locken Renditemöglichkeiten, die beispielsweise der Aktienmarkt so nicht bietet. "Währungsmärkte sind nicht effizient, weil sich daran auch Zentralbanken und Touristen beteiligen, die ihre Währungsgeschäfte nicht machen, um Gewinn zu erzielen", sagt Christof Kessler, Rentenchef bei Oppenheim Pramerica. Er versucht diese Chancen mit seinem neu aufgelegten und aktiv gemanagten Währungsfonds OP FX Opportunities auszunutzen. Mittel- bis langfristig strebt das Team um Oppenheim-Manager Walde eine Rendite von 6 bis 9 Prozent an.

Das allerdings müssen die Devisenfonds erst noch unter Beweis stellen. Bisher nähert sich nur der Forex Strategy-Fonds der Deutsche-Bank-Fondstochter DWS dieser Renditebandbreite. Der Activest Devisenfonds hat da schon einigen Rückstand. Ihr Erfolg aber wird mit darüber entscheiden, ob künftig mehr deutsche Anleger als bisher ein Investment auf dem Devisenmarkt wagen werden.

Devisenfonds
Fonds Wertentwicklung über ein Jahr ... über drei Jahre (p.a.) ... über fünf Jahre (p.a.) ISIN
DWS Forex Strategy 5,6% 7,3% k.A. DE000A0EAWJ5
Activest Devisenfonds C (t) 2,4% k.A. k.A. LU0197683765
Oppenheim FX Opportunities 1,8% k.A. k.A. LU0197683765
Marktschnitt 3,2% 7,3% k.A.
Quelle: Feri Rating & Research, Stand: 31. Juli 2006, Vergleichsgruppe: Währungen, Sortierung: Wertentwicklung über ein Jahr


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