Freitag, 17. August 2018

BRIC-Staaten Synonym für Wachstum

Schlagworte beherrschen die Börsenwelt. Unter dem Kürzel BRIC sind Brasilien, Russland, Indien und China zum Inbegriff aufstrebender Wachstumsmärkte geworden und locken die Investoren. Doch trotz aller Gemeinsamkeiten entwickeln sich die vier Länder alles andere als gleichförmig. Nicht nur, weil China alles überragt.

Hamburg - Der heißeste Tipp vieler Renditejäger ist nichts weiter als eine Abkürzung: BRIC. Die vier magischen Buchstaben stehen für die derzeit wohl hoffnungsvollsten aufstrebenden Volkswirtschaften der Welt: Brasilien, Russland, Indien und - vor allem - China. Vier gewaltige Emerging Markets auf der Schwelle zum Erwachsenendasein.

Die BRIC-Staaten: Aufstrebende Märkte
[M] DDP ; mm.de
Die BRIC-Staaten: Aufstrebende Märkte
Trotz denkbar großer geographischer und kultureller Unterschiede firmieren sie in der Finanzbranche mittlerweile unter einem gemeinsamen Label. Als dessen Erfinder gilt Jim O'Neill. Der Chefvolkswirt der Investmentbank Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen hob das BRIC-Konzept nach eigener Aussage 2001 aus der Taufe. Denn wirtschaftlich, so argumentiert er, verbindet die vier Wachstumskandidaten eine Menge.

"Der große gemeinsame Faktor ist die Globalisierung", erklärt O'Neill gegenüber manager-magazin.de. "Die vier Staaten verbindet das Interesse der multinationalen Konzerne, in diesen großen Wachstumsregionen nicht nur günstig für den Weltmarkt zu produzieren, sondern auch innerhalb dieser Märkte Wachstumspotenziale auszuschöpfen", so O'Neill. Mit anderen Worten: Brasilien, Russland, Indien und China sind nicht nur als billige Produktionsstandorte interessant, sondern bieten schon angesichts ihrer schieren Größe gewaltige, kaum erschlossene Absatzmärkte.

Und das boomende Wirtschaftswachstum in allen vier Staaten gibt O'Neills Konzept offenbar Recht. Kein Wunder, dass sich vor allem risikofreudigere Anleger mit Verve auf BRIC-Investments stürzen - und der Goldman-Sachs-Experte betont: "Wir bevorzugen die BRIC-Staaten. Die größten Chancen für Investments sehen wir 2006 neben Japan vor allem in China und Indien."

Doch nicht alle Experten teilen diesen Optimismus. "BRIC ist zu einem Modebegriff geworden", sagt etwa Fondsmanager Jens Ehrhardt im Gespräch mit manager-magazin.de. Bisweilen werde das Modell auch um Korea erweitert und firmiere dann unter dem Label BRICK. "Ich wehre mich aber gegen solche Modebegriffe", so Ehrhardt. "Wenn sie aufkommen, ist der Trend meist schon ziemlich weit fortgeschritten. Ob es dann noch in ähnlichem Tempo weitergehen kann, möchte ich bezweifeln."

Wie steht es also um die wirtschaftlichen Aussichten den einzelnen Staaten?

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