Mittwoch, 19. Dezember 2018

Wohlstandsbericht Die Probleme der "mittleren" Millionäre

Immer mehr Millionäre weltweit werden immer reicher - außer in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt der "World Wealth Report 2005". Rainer Wilken von Capgemini und Achim Küssner von Merrill Lynch erklären, warum Deutschland hinterherhinkt, wie Millionäre ihr Geld anlegen - und warum manche damit überfordert sind.

mm.de:

Ihrer Statistik zufolge ist das Gesamtvermögen der Millionäre weltweit im vergangenen Jahr um 8,2 Prozent auf 30,8 Billionen Dollar gestiegen. Auf wie viele Personen verteilt sich diese Summe?

Achim Küssner ist Managing Director und Geschäftsführer von Merrill Lynch Investment Managers in Deutschland und Österreich
Küssner: Diese Summe verteilt sich auf 8,3 Millionen Vermögende weltweit. Dabei zählen wir jene Personen, die mindestens eine Million Dollar an liquidem Vermögen und Immobilienbeteiligungen besitzen. Die Mehrheit, rund 7,4 Millionen Personen, verfügen dabei über ein Vermögen von einer bis fünf Millionen Dollar. Aber immerhin ein Drittel des Gesamtvermögens entfällt auf die rund 77.000 Superreichen, deren Vermögen bei mehr als 30 Millionen Dollar liegt.

mm.de: Ist denn die Zahl der Millionäre ebenfalls gestiegen?

Küssner: Ja, die Zahl der Millionäre hat um 7,3 Prozent zugenommen. Da die Wachstumsrate sowohl beim Gesamtvermögen als auch bei der Zahl der Vermögenden deutlich über dem Mittelwert der vergangenen Jahre liegt, war 2004 global gesehen also ein überdurchschnittlich gutes Jahr.

Der erdumfassende Geldadel: Weltweit besitzen gerade mal 77.000 Superreiche ein Drittel des globalen privaten Geldvemögens
manager-magazin.de
Der erdumfassende Geldadel: Weltweit besitzen gerade mal 77.000 Superreiche ein Drittel des globalen privaten Geldvemögens
mm.de: Was hat zu diesem überdurchschnittlichen Vermögenswachstum geführt?

Küssner: Um zu prosperieren muss das Umfeld stimmen, und das war - weltweit betrachtet - der Fall. Wir hatten 2004 relativ moderate Zinsen und Inflationsraten, aber auch ein moderates bis hohes Wirtschaftswachstum. Dazu gab es gute Unterstützung von Seiten der Aktienmärkte. Es besteht eine starke Korrelation zwischen dem Wachstum der Vermögen und der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in den jeweiligen Regionen und Ländern.

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