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14.06.2004
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Schiffsfonds
Das Ende der Zahnarztdampfer

Von Arne Stuhr

2. Teil: Das Finanzamt tritt als Investor ab

Das Finanzamt tritt als Investor ab

Wolfgang von Hacht, Partner und Schifffahrtsexperte bei PwC, rechnet damit, dass sich damit das Kapitel Verlustzuweisung erledigt haben dürfte. "Damit wird der Schiffsfonds vom Steuer- zum Renditeprodukt", so von Hacht. Einen Zusammenbruch der Schiffsfinanzierung befürchtet er dadurch nicht.

  Rosige Prognosen:  Nicht nur wie hier in Hamburg boomt das Containergeschäft
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Rosige Prognosen: Nicht nur wie hier in Hamburg boomt das Containergeschäft

Mit der Entwicklung zu einem "Bankprodukt" werde sich die Zielgruppe in der Tendenz aber sicherlich verändern, ist sich der Steuerexperte siche. Sein Kollege Claus Brandt unterstützt ihn in dieser Einschätzung. "Die Verlustzuweisungen sind in den vergangenen Jahren bereits drastisch zurück gegangnen", ergänzt der Leiter des "Maritimen Kompetenzzentrums" von PwC.

Insgeheim ist man in der Branche wohl sogar froh darüber, die Auswüchse bei Verlustzuweisungen von bis zu 150 Prozent hinter sich zu haben. "Sind wir doch ehrlich, eigentlich war bei vielen Schiffen das Finanzamt der Investor", gesteht ein Steuerberater.

Erfolge unter deutscher Flagge

Auch bei den deutschen Reedern löst das Ende der "Zahnarztdampfer" keine Panik aus. "Die Einführung der Tonnagesteuer trägt dazu bei, dass der deutsche Reeder international wettbewerbsfähig ist. Hinzu kommt die Chance auch wieder global erfolgreich die deutsche Flagge zu zeigen und Deutschland im weltweiten Wettbewerb als eine der führenden Nationen zu etablieren", zeigt sich Roland F. Höger, Geschäftsführer der Hamburger Reederei Komrowski, mit der Politik zufrieden.

Auch wenn sich das Modell nicht auf alle Industrien übertragen lasse, sei es doch ein Paradebeispiel dafür, wie Industrie- und Steuerpolitik funktionieren könne. Reeder Höger zeigte sich erfreut darüber, dass im Dialog zwischen Schiffseignern, Fiskus und Regierung nun eine Möglichkeit gefunden wurde, dieses globale Geschäft auch von Deutschland aus zu betreiben.

Auf diese Weise fließe das meiste Geld in Form von Anlegerdividenden und Wertschöpfung der Reeder zurück in die deutsche Volkswirtschaft. "Außerdem beteiligen wir uns, wie unsere Branchenkollegen, aktiv an der Rückflaggung nach Deutschland. Damit schaffen wir Arbeitsplätze für deutsche Seeleute und bedingt durch die Expansion auch im Büro in Hamburg", ergänzt Höger. Das Ausflaggen und Auslagern von Verwaltungen zum Beispiel nach Zypern werde immer weniger attraktiv und sei auch nicht mehr notwendig.

Höger hob besonders hervor, dass er einen Erfolg in der Tonnagesteuer sehe, da hier ein Ansatz eines europäisch, einheitlichen Besteuerungssystems erkennbar sei. Das bisherige Doppel-Whopper-Modell sieht Höger eher kritisch. "Bei vielen Schiffsfinanzierungen fallen beim Wechsel von der Verlustzuweisung auf die Tonnagesteuer erhebliche so genannte Unterschiedsbeträge an, da Buchwert und Marktpreis des jeweiligen Frachters nach Abschreibung auseinanderklaffen", merkt der Branchenkenner an. So könnte es schon so manchem Anleger ein böses Erwachen bescheren, wenn es bei Veräußerung des Schiffes zur Versteuerung des Unterschiedsbetrages komme.

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