Montag, 10. Dezember 2018

Auto-Aktien Warum der Porsche-Chef einen Knick braucht

Immer weniger Deutsche kaufen sich einen Neuwagen. Auch in den USA sitzt das Geld für Autos made in Germany nicht mehr so locker. Dennoch setzen die Analysten auf BMW, DaimlerChrysler, Porsche und Volkswagen.

[M]DPA;mm.de

Jahrelang galten die Schornsteine des alten Volkswagen-Kraftwerks, das inzwischen sogar unter Denkmalschutz steht, als das Symbol für Wolfsburg schlechthin. Egal von welcher Seite sich ein Besucher der VW-Stadt näherte, die vier Schornsteine waren als erstes zu sehen. Seit ein paar Jahren müssen sich die Backsteinschlote die Skyline aber mit zwei imposanten Glastürmen teilen. Als Herzstück der "Autostadt" beherbergen sie die Neuwagen, die von stolzen Besitzern nicht wie früher "ab Werk", sondern im Rahmen einer "Erlebnis-Abholung" in Empfang genommen werden. Neben der Warenausgabe im Freizeitparkformat bietet die Autostadt so viele Attraktionen, dass seit der Eröffnung im Juni 2000 bereits fast 4,5 Millionen Besucher gezählt wurden. Fazit: Das Auto ist in Wolfsburg Kult.

Bernd Pischetsrieder, seit Mitte des Jahres Vorstandsvorsitzender bei Volkswagen Börsen-Chart zeigen, könnte diesen Zahlen sicherlich noch mehr Freude abgewinnen, wenn aus jedem Autobewunderer auch ein Autokäufer werden würde. Die Realität sieht aber etwas anders aus. Die Zahl der gesamten Neuzulassungen in Deutschland steuert in diesem Jahr auf den tiefsten Stand seit 1990 zu. Experten rechnen nur noch mit 3,15 Millionen frisch auf die Straße rollenden Fahrzeugen, 190.000 weniger als 2001.

Davon ist auch Volkswagen betroffen. Auf der Halbjahrespressekonferenz senkte Pischetsrieder den erwarteten Jahresgewinn vor Steuern von 4,4 Milliarden Euro auf rund vier Milliarden Euro. Der schwache Heimatmarkt und der Absatzeinbruch in Südamerika von 17 Prozent lassen für 2002 nur knapp fünf Millionen ausgelieferte Volkswagen erwarten. Jetzt hoffen alle auf den Golf V, der 2003 parallel zum neuen Opel Astra an den Start geht.

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