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20.04.2010
 

Risiken

Das Milliardenloch am Immobilienmarkt

Von Lutz Reiche und Christoph Rottwilm

Morgan Stanley, Goldman Sachs und Co. - angelsächsische Investoren trieben bis 2007 die Preise für Gewerbeimmobilien in luftige Höhen. Heute zahlen sie dafür die Zeche. Und noch immer schlummern weltweit gewaltige Risiken auf den Märkten. Auch für deutsche Anleger, die über Immobilienfonds in dem Geschäft mitmischen.

Hamburg - 115 Milliarden Euro sind viel Geld. Immobilieninvestoren in Europa müssen sich über diese Summe zurzeit intensiv Gedanken machen. Denn einer Untersuchung des Maklerhauses DTZ zufolge fehlen ihnen 2010 und 2011 in dieser Größenordnung die finanziellen Mittel, wenn es darum geht, Kredite für Gewerbeimmobilien zu verlängern.

London, Canary Wharf: Der moderne Büroplatz in der britischen Metropole erlebte in den vergangenen Jahren ein Auf und Ab der Immobilienpreise
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REUTERS

London, Canary Wharf: Der moderne Büroplatz in der britischen Metropole erlebte in den vergangenen Jahren ein Auf und Ab der Immobilienpreise

115 Milliarden Euro. Angesicht eines Gesamtfinanzierungsvolumens von laut DTZ derzeit etwa 1,8 Billionen Euro erscheint die Zahl bereits bemerkenswert. Die wirkliche Dimension lässt sich aber erst erkennen, wenn die Finanzierungslücke ins Verhältnis gesetzt wird zum Volumen der in den fraglichen beiden Jahren auslaufenden Kredite. Die belaufen sich nämlich "lediglich" auf 482 Milliarden Euro.

Im Klartext heißt das: Für mehr als ein Viertel aller in Europa in den Jahren 2010 und 2011 auslaufenden Gewerbeimmobilienfinanzierungen ist die Verlängerung noch ungeklärt.

Die Zahlen belegen zweierlei. Erstens: Nicht nur in den USA, sondern beispielsweise auch in Europa bestehen Risiken auf dem Markt für Gewerbeimmobilien. Und zweitens: Diese Risiken haben eine sehr ernstzunehmende Dimension.

Die möglichen Folgen erleben zurzeit bereits viele Investoren - zum Beispiel von Morgan Stanley Chart zeigen und Goldman Sachs Chart zeigen. Vorige Woche erst wurde bekannt, dass ein milliardenschwerer, international investierender Immobilienfonds von Morgan Stanley beinahe zwei Drittel seines Wertes verloren hat. Kurz darauf meldete die "Financial Times", einem der Whitehall-Fonds von Goldman Sachs, der vor allem in Deutschland und den USA angelegt habe, drohe der Totalverlust.

Und die beiden stehen nicht alleine da. Ende vergangenen Jahres musste bereits die Deutsche Bank Chart zeigen einen US-Fonds massiv stützen. Und der Global Property Fund von der Schweizer Großbank UBS wird derzeit gleich komplett liquidiert. Betroffen sind Medienberichten zufolge mehr als 100.000 Kunden, die jeweils mindestens 200.000 Franken eingezahlt haben.

All diese Fonds kämpfen mit den gleichen Schwierigkeiten: Die Wirtschaftskrise mindert die Mieteinnahmen von Büro-, Einzelhandels- und anderen Objekten. Damit sinkt auch deren Wert. Gleichzeitig sind die Banken bei der Finanzierung von Immobiliendeals heute deutlich zurückhaltender als vor Beginn der Wirtschaftskrise.

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