Um diesem Ziel näher zu kommen, wurden hinter verschlossenen Türen in Hamburg auf Initiative der dortigen Wirtschaftsbehörde gemeinsam mit Branchenvertretern und Beratern in den vergangenen Wochen Lösungsvorschläge erarbeitet. Und die sollen kommende Woche, am 18. März, in Berlin in großer Runde diskutiert werden. Dann nämlich erwartet Staatssekretär Hans-Joachim Otto (FDP), der kürzlich ernannte Koordinator der Bundesregierung für Werften, Reedereien und Häfen, Vertreter anderer Bundesministerien, Wirtschaftsminister Norddeutscher Bundesländer sowie Vertreter von Reedereien und Banken, zum Gespräch.
Mögliche Lösungsansätze für die Branche, so ist aus der Hamburger Wirtschaftsbehörde zu hören, können von Überbrückungskrediten für klamme Unternehmen bis hin zu einer Intensivierung des so genannten Ultra-Slow-Steaming (extreme Langsamfahrt) reichen, mit dem die Schiffsbetreiber die Treibstoffkosten und die angebotene Transportkapazität senken. Einer aktuellen Umfrage der HypoVereinsbank zufolge sieht der weitaus größte Teil der Reedereien an dieser Stelle durchaus noch Einsparpotenzial.
Schiffe zum halben Preis
Während viele Unternehmen der Seewirtschaft angesichts der Krise also noch um ihre Zukunft bangen, wird der Markt für Anleger möglicherweise gerade wieder interessant. Denn wann, wenn nicht am Tiefpunkt eines Zyklus, wäre der geeignete Zeitpunkt für einen Einstieg.
Die Frage ist allerdings, welches Marktsegment am ehesten wieder auf die Beine kommt. Ein Blick auf die Zahlen hilft: "Die günstigere Konstellation im Hinblick auf die künftige Flottenentwicklung besteht wohl bei den kleineren Schiffen", sagt Lemper. "Dort sind zum einen vergleichsweise weniger neue Schiffe bestellt worden. Zum anderen werden künftig auch relativ gesehen mehr kleine Schiffe verschrottet, als große, weil die größeren Schiffe im Schnitt jünger sind."
Am Fondsmarkt haben die Emittenten das bereits erkannt. Mehrere so genannte Opportunity-Fonds befinden sich derzeit im Angebot, die dem Anleger versprechen, besonders günstige Containerschiffe aus Notverkäufen zu erwerben - vor allem im Segment der kleinen Größenklassen.
Ein Beispiel dafür, dass dieses Vorhaben auch realisierbar ist: Das Emissionshaus Buss Capital hat soeben vier 1100-TEU-Containerschiffe à 13 beziehungsweise 16 Millionen US-Dollar gekauft. "Solche Schiffe haben zum Höhepunkt der Markthausse zum Teil mehr als das Doppelte gekostet", sagt Geschäftsführer Dirk Baldeweg zu manager magazin.
Dem durchschnittlichen Kapitalanleger wird Buss diese Frachter trotz der attraktiven Preise allerdings zunächst nicht zur Beteiligung anbieten. Stattdessen geht das erste Schiff als so genanntes Private Placement an betuchte Investoren mit größerer Beteiligungssumme. Erst im Laufe des Jahre soll möglicherweise ein Publikumsfonds folgen.
Der Grund: Angesichts der Krise, in der manch ein Schiffsfonds schon in Schwierigkeiten geraten ist, besteht zurzeit noch kaum Interesse an Neuemissionen, so Baldeweg. Viele Anleger sind wohl doch noch nicht bereit, antizyklisch in den Markt einzusteigen.
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