Teilweise, so Schirp, handelte es sich um höchst vertraulich Unterlagen "tief aus dem 'Bauch' des Gegners". "Die Beschaffung dieser Unterlagen hatte uns jahrelange härteste Arbeit gekostet", sagt der Jurist. "Und dann wird mal locker um Kopien gebeten."
Ein Einzelfall? Keineswegs. Ein Anwalt aus Berlin schrieb erst Schirps Klagen ab, reichte sie bei Gericht ein und beantragte dann, das Gericht möge die erforderlichen Akten von Schirps Verfahren beiziehen, um die Anlagen dort zu entnehmen. Anwalt Schirp fühlt sich durch solches Vorgehen "auf die denkbar mieseste Weise abgezockt."
Doch nicht nur das Ausnutzen der Arbeit anderer ist das Problem an der Sache. Aus Anlegersicht verheerender ist, dass auf diese Weise Anwälte in dem Markt aktiv werden können, denen eigentlich die fachliche Qualifikation dafür fehlt.
Ein Beispiel: Ein Bremer Jurist forderte kürzlich vom Anlegerschutzverein AAA, mit dem Schirp kooperiert, die Prospekte für eine ganze Reihe von Medienfonds des Münchener Anbieters Hannover Leasing an. Die Fonds haben - wie auch die VIP-Fonds - ebenfalls Probleme mit dem Fiskus, die Anleger sollen im großen Stil Steuern nachzahlen.
Der Haken: Vor seiner Materialanforderung hatte sich der Anwalt auf seiner Internetseite bereits als Experte für diese Fonds dargestellt.
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