10.02.2010
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Immobilienfonds

Rekordabwertung lässt Anleger zittern

Von Christoph Rottwilm

4. Teil: 25 Prozent Preisabschlag am Zweitmarkt

"Die Branche steht generell unter dem Verdacht, der Krise noch nicht ausreichend Rechnung getragen zu haben", sagt auch Stefan Thomas-Barein, Dachfondsmanager bei der Shedlin Capital Group. "Weitere Abwertungen sind durchaus möglich." Entscheidend ist laut Thomas-Barein, wann ein Portfolio aufgebaut wurde. "Wer seine Immobilien in den Jahren 2006 bis 2008 gekauft hat, hat das größte Risiko", sagt der Fachmann. "Denn da waren auch die Preise am höchsten."

Bleibt die Frage, ob demnächst noch weitere Fonds eingefroren werden. Klar ist, dass künftige Schließungen kaum vorhersagbar sind. Zu viele Faktoren spielen dabei eine Rolle - den wichtigsten, die Mittelzu- und -abflüsse, können die Investoren selbst beeinflussen.

Klar ist aber auch, dass die derzeit geschlossenen Fonds das Vertrauen ihrer Anleger auf eine harte Probe stellen. Ein Blick auf den Zweitmarkt belegt das. Dort werden die Immobilienfonds, deren Anteile zurzeit vom Anbieter nicht zurückgenommen werden, regelmäßig mit Preisabschlägen gehandelt.

Bei einigen Fonds wie dem "Axa Immoselect" handelt es sich dabei nach Einschätzung von Experten lediglich um einen gewöhnlichen Liquiditätsabschlag, eine Strafgebühr quasi von beispielsweise 5 Prozent für die eingeschränkte Handelbarkeit und möglicherweise bevorstehende Abwertungen.

Für andere Produkte aber zahlen Anleger noch deutlich weniger. Der "P2 Value" etwa von Morgan Stanley notierte zuletzt etwa 20 Prozent unter seinem nominalen Ausgabepreis. Beim "Kanam US-Grundinvest" waren es sogar mehr als 25 Prozent. "Hier kommt zum Liquiditätsabschlag ein Liquidierungsabschlag hinzu", sagt Experte Thomas-Barein. "Einige Anleger gehen offenbar davon aus, dass die Anbieter dieser Fonds, sobald sie ihre Produkte wieder öffnen müssen, gehörig unter Druck geraten werden und Objekte verkaufen müssen." Solche Notverkäufe, so der Manager, sind in der Regel jedoch lediglich mit erheblichen Preisabschlägen möglich.

Ob es so weit kommt, wird sich spätestens im Oktober dieses Jahres zeigen. Denn dann sind die meisten Fonds zwei Jahre geschlossen - länger ist laut Regelwerk nicht erlaubt.

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