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manager magazin



03.02.2010
 

Geldanlage

Beteiligungsmarkt bricht um 40 Prozent ein

Von Christoph Rottwilm

Nach dem Markteinbruch 2008 verlief auch das Jahr 2009 für die Anbieter geschlossener Fonds katastrophal. Um beinahe 40 Prozent knickte das Geschäft laut Branchenverband VGF ein. Getroffen sind vor allem Schiffs- und Auslandsimmobilienfonds. Der Verband hat aber Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken.

Hamburg - Wenn das Jahr 2008 für den Beteiligungsmarkt dramatisch verlief, dann war 2009 eine einzige Katastrophe. Um fast 40 Prozent ging das Eigenkapital zurück, das Anleger im vergangenen Jahr in geschlossene Fonds investierten. Das hat der Branchenverband VGF per Unternehmensbefragung ermittelt. 2008 war der Markt bereits um 20 Prozent geschrumpft.

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DPA

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Der VGF befragte alle seine 43 Mitgliedsunternehmen sowie jene Emissionshäuser, die in den vergangenen drei Jahren mindestens fünf Millionen Euro platziert und 2009 mindestens einen Fonds am Markt hatten. Damit hat der Verband den relevanten Markt für geschlossene Fonds nach eigener Einschätzung abgebildet. Von den insgesamt 167 Emittenten, die in dieses Raster passen, machten laut VGF 122 Angaben zu ihren Geschäftsergebnissen.

Insgesamt zahlten Investoren demnach 2009 nur noch 5,23 Milliarden Euro in geschlossene Fonds ein. Investitionen im Volumen von 9,46 Milliarden Euro werden damit gestemmt.

Von den großen Fondsgattungen konnten laut VGF lediglich die geschlossenen Immobilienfonds, die in Deutschland investieren, sowie die Energiefonds ihr Platzierungsergebnis steigern. Bei Deutschland-Immobilienfonds ging es um 12,5 Prozent aufwärts, bei Energiefonds stand letztlich sogar ein Plus von 151 Prozent unter dem Strich.

Eine Rolle dürfte dabei gespielt haben, dass die Anleger ihr Geld nach wie vor mit Vorliebe in Investments stecken, die mehr Sicherheit und weniger Risiko versprechen. Bei Immobilienfonds mit langen Mietverträgen und zum Teil staatlichen Mietern vermuten sie offenbar diese Sicherheit. Ähnlich ist es wohl bei Energiefonds, deren Einnahmen durch das Erneuerbare Energien Gesetz oder ähnliche Vorgaben im Ausland geregelt sind.

Verlierer des Jahres sind erneut die Emittenten von Schiffsbeteiligungen, die offenbar, wie während des Jahres mehrfach berichtet, größte Schwierigkeiten hatten, überhaupt Zeichner zu finden. Das Platzierungsvolumen der Schiffsfonds sank laut VGF im Jahr 2009 um fast 70 Prozent unter die Marke von einer Milliarde Euro, nämlich auf 824 Millionen Euro. Schon 2008 war dieses Marktsegment heftig eingebrochen.

Ähnlich sieht es bei den Auslandsimmobilienfonds aus, ebenfalls einstmals Anlegers Lieblinge. Deren Platzierungszahlen gingen 2009 laut VGF um fast 35 Prozent zurück.

Es gibt aber auch Lichtblicke. Ein Blick auf die Monatsstatistik des VGF zeigt, dass die Geschäftstätigkeit der Branche zum Ende des vergangenen Jahres wieder deutlich angezogen hat. platzierten die Anbieter im August lediglich 375 Millionen Euro, so waren es im Dezember bereits 770 Millionen Euro. Damit hat der Markt in dem Monat erstmals wieder das Niveau erreicht, dass er auch im September 2008 hatte, als die Lehman-Insolvenz die Tiefe Krise auslöste.

"Die Auswirkungen der Finanzkrise haben die Branche 2009 voll erwischt", kommentiert VGF-Hauptgeschäftsführer Eric Romba die Jahresbilanz. "Wir hoffen jedoch, dass sich der Aufwärtstrend am Jahresende 2010 weiter stabilisiert." Die Stimmung im Markt habe sich bereits verbessert, so Romba. Der Boden sei hoffentlich erreicht.

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