Frankfurt am Main - Die Credit Suisse will ihre ETF-Palette 2010 mehr als verdoppeln. "Bis zum ersten Quartal 2011 wollen wir rund 100 Produkte anbieten", sagte Thomas Merz, der das ETF-Geschäft der Schweizer Bank verantwortet, am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. "Damit wollen wir zum zweitgrößten ETF-Anbieter in Europa aufsteigen." Momentan ist die Credit Suisse die Nummer vier hinter Blackrock, Lyxor und der Deutschen Bank, gemessen am verwalteten Vermögen.
Exchange Traded Funds (ETF) sind Finanzprodukte, die einen Börsenindex abbilden und deshalb auch als Indexfonds bezeichnet werden. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Investmentfonds haben sie kein aktives Management, was sie deutlich kostengünstiger macht. Auch deshalb erfreuen sich ETFs unter den Anlegern immer größerer Beliebtheit.
Die neuen Produkte bezögen sich verstärkt auf Aktienindizes außerhalb des Anbieters MSCI, sagte Merz weiter. Zudem seien Rohstoff- und Unternehmensanleihen-ETFs geplant. Momentan umfasst das ETF-Angebot der Credit Suisse unter der Marke Xmatch 40 Produkte, darunter 26 auf Aktien, elf auf Staatsanleihen und drei physisch hinterlegte auf den Gold-Spotpreis. Bei Aktien will die Credit Suisse weitere Fonds auf lokale Standardindizes auflegen. "Wir prüfen gerade, welche dafür sinnvoll wären und ob auch wir wirklich noch ein Dax- oder CAC40-Produkt bringen müssen", sagte Merz.
Im Bereich Rohstoff-ETFs sind Merz zufolge Fonds auf breite Standardindizes wie den GSCI oder DJ UBS Commodity Index sinnvoll. Zudem plane die Credit Suisse weitere physisch hinterlegte Produkte auf einzelne Rohstoffe. "Auch an unserem Plan für einen Aluminium-ETF halten wir weiter fest", sagte Merz. "Aber wir arbeiten noch an dem Lagerungsproblem." Aufgrund des geringeren Preises pro Tonne gegenüber Gold müsste für einen Aluminium-ETF deutlich mehr Metall hinterlegt werden als bei den Gold-Produkten.
Bei Unternehmensanleihen sieht die Credit Suisse vor allem bei reinen ETFs auf Dollar-Papiere Nachholbedarf. Derzeit bietet lediglich Blackrock ein entsprechendes Produkt in Europa an. "Bei Unternehmensanleihen-ETFs ist es wegen der vergleichsweise geringen Liquidität schwierig, Market Maker zu finden", sagte Merz.
manager-magazin.de mit Material von reuters
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