22.01.2010
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Immobilienfonds

"Ein Problem der Konstruktion"

Von Arne Gottschalck

3. Teil: Der Privatanleger ist gefordert

mm: Haben Sie Ihr Rating nach der Krise eigentlich verändert, zum Beispiel die Komponente Liquidität ausgebaut?

Knorr: Die Ratingmethodik wird kontinuierlich durch Scope Analysis weiterentwickelt. Schon im Vorjahr, anlässlich der Ratingrunde im Februar 2009, haben wir ein deutlich verstärktes Augenmerk auf die Liquidität der offenen Immobilienfonds gelegt. In einem neuen, eigenen Analysepanel werden die aktuelle Liquiditätssituation, die Anleger-, die Vertriebsstruktur, die Informationspolitik und als bedeutendster Punkt die Liquiditätssteuerung bewertet. Die Bewertung fließt dynamisch in die Risikobewertung des Fonds ein: Je schlechter die Bewertung der Liquidität eines Fonds ist, desto stärker wird sie im Gesamtrating gewichtet.

mm: Welche Schlussfolgerung muss Otto Normalanleger nun ziehen?

Knorr: Der Privatanleger sollte mehrere Dinge für seine bestehende oder zukünftige Anlage berücksichtigen. Der wichtigste Punkt ist die Klarstellung, dass es sich um eine Anlage mit langfristigem Anlagehorizont handelt und sich das Produkt schlicht nicht als kurzfristige Geldparkmöglichkeit eignet. Weiterhin kann die historische Situation nicht auf die Zukunft projiziert werden. Die Produkte haben sich in den vergangenen 50 Jahren Produkthistorie sehr stark verändert.

Über die Finanzmarktförderungsgesetze erweiterten sich die Anlagehorizonte, immer neue Produkte mit differenzierten Strategien positionierten sich am Markt. Aus den verschiedenen Risiko-Rendite-Profilen resultiert eine immer größer werdende Renditespanne. Das Gesetz der ständigen Positivrenditen ist ebenfalls gebrochen. Wir werden durch die Produktvielfalt, die Internationalisierung der Fonds und durch die Einflüsse der Finanzmärkte auf die Immobilienbranche auch weiterhin eine - für diese Anlageklasse - vergleichsweise hohe Marktvolatilität erleben.

mm: Und das bedeutet?

Knorr: Der Anleger ist in diesem Falle gefordert, sich intensiver mit seinem potenziellen Produkt zu beschäftigen. Auch die kompetente Beratung wird zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen. Durch die Ausdifferenzierung der Produkte sollte der Anleger ein seiner Risikoneigung entsprechendes Produkt auswählen. Die wichtigsten Parameter sind - neben einem guten Management und einer effektiven Liquiditätssteuerung - insbesondere die Kernaspekte von offenen Immobilienfonds: hohe Immobilienqualität, gute Vermietungsquote, langlaufende Mietverträge und bonitätsstarke Mieter.

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