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20.01.2010
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Kapitalanlage

Die sieben großen Gefahren für Ihr Geld

Von Christoph Rottwilm

3. Teil: Die siebte Gefahr

Inflation oder Deflation, Staatsverschuldung, Exitstrategie der Notenbanken, dazu noch die latenten Ungewissheiten am Arbeitsmarkt und beim Thema Kreditvergabe seitens der Banken - die Situation ist komplex. Das macht es für Anleger schwer, den Überblick zu bewahren und die richtige Strategie zu finden. Zu allem Überfluss müssen sie auch noch darauf achten, nicht in Märkte zu investieren, die schon heiß gelaufen sind oder an denen sich vielleicht sogar bereits wieder Spekulationsblasen gebildet haben.

Händler an der New Yorker Rohstoffbörse: Gibt es am Ölmarkt eine Blase?
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DPA

Händler an der New Yorker Rohstoffbörse: Gibt es am Ölmarkt eine Blase?

"Ob es an einem Markt eine Blase gab oder nicht, weiß man immer erst hinterher", sagt Burkhard Allgeier. "Derzeit scheint das Risiko aber speziell an einigen Rohstoffmärkten sowie an den Börsen Asiens recht groß zu sein."

Der Hintergrund: Die Aktienkurse in Fernost wurden laut Allgeier vor allem durch sogenannte Carry Trades in die Höhe getrieben. Dabei transferieren Investoren im Dollar-Raum günstig geliehenes Geld an die vermeintlich lukrativeren Märkte zum Beispiel in China. "Das Risiko ist, dass die Notenbank in New York die Zinsen schneller und kräftiger als erwartet erhöht", sagt Allgeier. "Sobald das geschieht, dürften die Anleger die Dollar zurückholen, die Blase könnte dann platzen."

Angesichts solcher Gefahren wundert es nicht, dass die Fachleute bei der Vermögensanlage derzeit zu besonderer Vorsicht raten. "Pauschale Investments in aussichtsreiche Anlageklassen sind kaum noch möglich", sagt etwa Weinberger. "Die Anlagemärkte bieten ein extrem differenziertes Bild, bei dem jedes Engagement - jede Aktie, jede Immobilie also - einzeln geprüft werden muss."

Gefahr Nummer sieben: Selbstüberschätzung

Vermögensverwalter Peterreins sieht das ähnlich. Seine Strategie unterscheidet sich allerdings kaum von dem, was auch in ruhigeren Zeiten opportun erscheint: "Man sollte möglichst in alle relevanten Anlageformen nach ausgewogenen Quoten anlegen. Niemals zu 100 Prozent in eine Asset-Klasse, aber auch bei keiner jemals ganz raus." Wenn eine Anlageform steigt, so Peterreins, verkauft man tendenziell. Fällt eine, kaufe man nach.

"So ein Vorgehen ist strikt antizyklisch und - so denke ich jedenfalls - sehr rational", sagt der Experte. Er warnt dringend vor einseitigen Entscheidungen. "Beispielsweise ganz raus aus Staatsanleihen, ganz rein in Gold oder zu 100 Prozent in Immobilien", so Peterreins. "Eine einseitige, unausgewogene Entscheidung ist unvernünftig. Denn es kann immer anders kommen als gedacht."

Das Problem: Diese Binsenweisheit wird gerade in Zeiten des Aufschwungs, in denen besonders hohe Gewinne locken, von vielen Investoren gern missachtet. Sie geben sich stattdessen der Illusion hin, klüger zu sein als alle anderen - und tappen damit genau in die Falle, die die Gefahr Nummer sieben bildet: die Selbstüberschätzung. Denn wer glaubt, besonders viel am Aufschwung verdienen zu können, erhält als Ergebnis oft das genaue Gegenteil.

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