Bei Rohstoffen existiert die ebenfalls viel zitierte Inflationsresistenz laut Allgeier auch nur bedingt. "Rohstoffe bewegen sich mitunter parallel zur Inflation, schon allein deshalb, weil sie selbst - siehe Ölpreis - zu einem der wesentlichen Preistreiber geworden sind", sagt der Experte. "Die Märkte sind aber ähnlich den Aktienmärkten einer Vielzahl von Einflüssen ausgesetzt, die die Preise bewegen. Ein Investment dort hat daher weniger strategischen, absichernden, als vielmehr spekulativen Charakter."
Besser geeignet als Inflationsschutz sind nach Meinung der Experten dagegen Anlagen in - vornehmlich inflationsgeschützte - Anleihen, Gold
"Entscheidend ist ja ohnehin grundsätzlich, in welchem Ausmaß der Anleger eine Inflation erwartet", sagt Allgeier. "Gold zum Beispiel hat sich in der Vergangenheit vor allem in Extremszenarien mit Geldentwertungsraten von 5, 10 oder noch mehr Prozent bewährt. Von solchen Entwicklungen sind wir aber derzeit noch weit entfernt."
Auch bei Immobilien gilt eine Einschränkung. Denn nicht jede Betongoldanlage erfüllt den Schutz gegen den Preisauftrieb im gleichen Maße. Vermögensverwalter Freytag etwa rät zu Objekten mit "konjunkturunabhängiger Lage und Ausstattung". Sprich: Nicht nach Büro- oder Einzelhandelsgebäuden, sondern nach Mehrparteienwohnhäusern sollte der Anleger Ausschau halten. Und zwar "in stabilen Lagen wirtschaftlich prosperierender Regionen wie Hamburg, München oder Stuttgart, die eine gute Mieterstruktur aufweisen".
Untersuchungen geben dem Anlageexperten Recht: Bei Immobilien verspricht vor allem das Wohnsegment den gewünschten Inflationsschutz.
Den sichersten Hafen für das von der Entwertung bedrohte Vermögen allerdings bieten nach Ansicht der meisten Fachleute Anleihen. "Wir empfehlen inflationsgeschützte Anleihen", sagt etwa Allgeier von Hauck & Aufhäuser. "Allerdings zeigen Untersuchungen, dass es bei der Frage des Kaufkrafterhalts auf lange Sicht gleichgültig ist, ob in inflationsgeschützte oder konventionelle Papiere investiert wird."
Wer sich tatsächlich für diese Alternative entscheidet, sollte bei der Auswahl der konkreten Offerte vor allem drei Kriterien im Auge haben: Die Bonität des Emittenten, die Laufzeit, sowie - bei Papieren mit Inflationsschutz - die Bewertung. "Aus der Bewertung geht die Erwartung des Marktes an die künftige Inflation hervor", sagt Freytag. "Liegt der tatsächliche Wert später darunter, hat der Investor ein schlechtes Geschäft gemacht. Liegt er darüber, war es ein gutes."
Zur Erinnerung: Bei Fünf-Jahres-Bundesanleihen mit Inflationsschutz ist derzeit eine Inflationserwartung von durchschnittlich etwa 1,45 Prozent pro Jahr "eingepreist". Wie realistisch das ist, muss jeder Anleger für sich entscheiden.
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