Eberhard Weinberger etwa, Vorstand der DJE Kapital AG, sagt zwar: "Kurzfristig sieht es nicht gerade nach Inflation aus. Dagegen sprechen die bekannten Argumente wie die Überkapazitäten in der Industrie sowie die Situation am Arbeitsmarkt, von der kein Druck zu Lohnerhöhungen ausgeht." Hinzu kommt, so Weinberger, dass die europäische Geldmenge M3, ein "guter Inflationsindikator", zuletzt erstmals geschrumpft ist.
Aber, so der Vermögensverwalter: Noch nie in der Geschichte wurden ähnliche "Abermilliardenbeträge" in das Weltfinanzsystem gepumpt wie in den vergangenen Monaten. Es sei daher denkbar, "dass am Ende - insbesondere, wenn die derzeit eifrig diskutierten Exitstrategien der Notenbanken auf sich warten lassen - doch noch inflationäre Tendenzen aufkommen".
Mit der Meinung steht Weinberger nicht allein da. Thomas Straubhaar zum Beispiel geht sogar noch ein deutliches Stück weiter. Der Chef des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), prophezeite im Interview mit manager magazin schon Mitte vergangenen Jahres "5 Prozent Inflation ab 2011".
Anlegern stellt sich angesichts solcher Aussichten vor allem eine Frage: Wie bringe ich mein Geld effektiv in Sicherheit? Wie schütze ich mein Vermögen vor der Inflation?
Eine einfache Frage, die sich nicht ganz so einfach beantworten lässt. Burkhard Allgeier, Chefökonom und Portfoliomanager bei der Privatbank Hauck & Aufhäuser, hat sich eingehend mit dem Thema beschäftigt. "Generell wird häufig gesagt, Sachwerte schützten vor Inflation", sagt er. "So pauschal ist die Aussage aber nicht richtig."
Bei Aktien zum Beispiel ist der Inflationsschutz laut Allgeier empirisch nicht nachweisbar. "Es gibt zwar Phasen, in denen Aktien die Inflation gut auffangen", sagt er. "Der Aktienmarkt ist aber deutlich volatiler als die Entwicklung des Geldwertes und hat zu viele andere Einflussfaktoren, als dass sich eine direkte Korrelation belegen ließe."
Vermögensverwalter Freytag stimmt dem zu: "In den 70er Jahren, als wir Inflationsraten zwischen 5 und 8 Prozent hatten, haben Aktien den Anlegern keine Freude gemacht", sagt er. "Der Markt hat sich seinerzeit eher bescheiden entwickelt." Der Hauptgrund dafür ist laut Freytag, dass die Inflation nicht nur den Konsumenten zu schaffen macht, sondern eben auch den Unternehmen, die zum Beispiel hohe Zinsen für ihre Fremdfinanzierung zahlen müssten. "Zudem schrumpfen ihre Margen, weil sie Steigerungen bei den Einkaufspreisen nicht immer in vollem Umfang an die Kunden weiterreichen können", sagt Freytag.
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