Hamburg - Smartphones, Smartbooks, Subnotebooks - auf der Computermesse CES in Las Vegas dreht sich ab morgen alles um
das neueste Technikspielzeug für Gestresste und Gelangweilte. Den ersten Coup landete schon am Dienstag der Internetriese Google
, der mit dem Nexus One sein erstes eigenes Handy präsentierte. Oft bringen solche technische Neuerungen auch einen Schub für die Aktienkurse von Technologieunternehmen.
Dabei können Anleger den Trubel um die Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik in Las Vegas ohnehin entspannt verfolgen - sofern sie schon im Vorjahr investiert waren. Dann haben sie vielfach bereits mit ihren Papieren gut verdient.
Um fast 44 Prozent legte der US-Technologieindex Nasdaq
2009 zu, während der Dow Jones
ein vergleichsweise geringes Plus von 18,8 Prozent verzeichnete. Das gleiche Bild bot sich in Frankfurt: Einem Zuwachs von mehr als 60 Prozent beim TecDax
stand auf das gesamte vergangene Jahr gesehen ein Gewinn von knapp 24 Prozent beim Standardwerteindex Dax
gegenüber. Und Experten zufolge könnte der Technologieaufschwung auch in diesem Jahr weitergehen.
"Technologiewerte sind traditionell frühzyklische Papiere", erläutert Markus Golinski, Fondsmanager und Leiter des Technologieteams bei Allianz Global Investors. "Schon bei den ersten Anzeichen für einen Aufschwung zogen die Kurse an." Viele Anleger rechnen damit, dass Unternehmen am Ende der Krise einen Teil der wieder sprudelnden Gewinne in die Erneuerung ihrer Technologie stecken. Vor allem die großen Soft- und Hardwarefirmen wie Microsoft
oder Hewlett-Packard (HP)
dürften davon profitieren, ebenso wie die deutsche SAP AG
.
"Positiv wurde aufgenommen, dass viele Firmen wie zum Beispiel SAP offenbar erfolgreich Kosten gekürzt und damit ihre Margen vergrößert haben", sagt Golinski. "Im Halbleiterbereich gab es zudem den besonderen Effekt, dass 2008 im Vorgriff auf die bevorstehende schwierige Zeit in erheblichem Maße Lagerbestände abgebaut worden waren." Als sich Anfang 2009 abzeichnete, dass die Krise doch nicht das befürchtete Ausmaß annehmen würde, hat sich das ausgezahlt, so der Experte.
"Das ist ein Grund dafür, dass Firmen aus diesem Bereich wie zum Beispiel Infineon
im vergangenen Jahr zu den Gewinnern an der Börse zählten", sagt Golinski. Der Halbleiterproduzent konnte seinen Aktienkurs 2009 um über 300 Prozent steigern.
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