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04.08.2009
 

Altersvorsorge

Riester-Rente hat den Zenit überschritten

Von Lutz Reiche

Die Riester-Rente ist auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Das Neugeschäft der Assekuranz und der Fondsindustrie mit der staatlich geförderten Rente ist im ersten Halbjahr eingebrochen. Vor allem fondsbasierte Produkte leiden, hier beträgt das Minus bis zu 50 Prozent. Unabhängige Experten wundert das nicht.

Hamburg - Im ersten Halbjahr 2009 ist das Neugeschäft mit staatlich geförderten Riester-Produkten gegenüber dem Vorjahreszeitraum kräftig eingebrochen. Das gilt sowohl für den Riester-Fondssparplan der Investmentindustrie als auch für die Riester-Policen der Versicherungswirtschaft. Der Absatz fondsbasierter Riesterverträge, deren Performance ganz entscheidend von der Entwicklung der Börsen abhängt, hat dabei überproportional stark gelitten. Letzteres führen Experten vor allem auf die gestiegene Risikoaversion der Vorsorgesparer zurück.

Auf dem Boden der Tatsachen: Die gesetzliche Rente allein wird für einen finanziell sorgenfreien Lebensabend kaum reichen. Also sorgen die Menschen zusätzlich vor. Mehr als zwölf Millionen machen dies mit der staatlich geförderten Riester-Rente, und gut weitere zehn Millionen Verbraucher könnten es. Doch das Neugeschäft mit der Riester-Rente fällt stark zurück.
DPA

Auf dem Boden der Tatsachen: Die gesetzliche Rente allein wird für einen finanziell sorgenfreien Lebensabend kaum reichen. Also sorgen die Menschen zusätzlich vor. Mehr als zwölf Millionen machen dies mit der staatlich geförderten Riester-Rente, und gut weitere zehn Millionen Verbraucher könnten es. Doch das Neugeschäft mit der Riester-Rente fällt stark zurück.

"In Zeiten der Finanzkrise mit stark schwankenden Aktienmärkten überrascht es nicht wirklich, dass sich die Anleger immer öfter gegen eine fondsbasierte Riester-Rente entscheiden und statt dessen auf die konservative Variante mit festen Garantien setzen", sagt der Vorsorgeexperte und Versicherungsmathematiker Axel Kleinlein. Gleichwohl glaubt der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) eine "wachsende Bedeutung der Investmentfondsanlage für die private Altersvorsorge" zu sehen. Auch erfreuten sich Riester-Sparpläne mit Investmentfonds unter den Verbrauchern "immer größerer Beliebtheit." Die jetzt von manager-magazin.de abgefragten Zahlen sprechen aber eine andere Sprache.

Fondsbranche: Riester-Neugeschäft halbiert

Im ersten Halbjahr 2009 hat die Fondsbranche laut BVI-Sprecher Panagiotis Siskos 98.852 neue Riester-Verträge verkauft und damit rund 51 Prozent weniger Kontrakte als im Vergleichszeitraum 2008, als die Investmentindustrie 200.337 Riester-Verträge unter das Volk bringen konnte. Der Zahl der Riester-Fondssparpläne ist damit deutlich langsamer auf zuletzt 2,484 Millionen (30. Juni) gewachsen.

Beim BVI ist man verständlicherweise nicht glücklich über den starken Einbruch des Riester-Neugeschäfts, tröstet sich aber offenbar mit der Tatsache, dass die Branche überhaupt noch staatlich geförderte Fondssparpläne an den Mann und die Frau bringen kann.

"Angesichts der Marktstimmung im vergangenen Jahr und des ersten Quartals 2009 ist das Ergebnis schon erfreulich", sagt Siskos. Der BVI-Sprecher verweist zudem darauf, dass die Fondsbranche ihren Marktanteil bei Riester-Verträgen gegenüber der im Altersvorsorgegeschäft nach wie vor dominanten Assekuranz kontinuierlich ausgebaut habe.

Laut BVI steigerte die Fondsbranche ihren Marktanteil bis Ende vergangenen Jahres auf 19,8 Prozent, 2004 hatte der Anteil noch bei 7,5 Prozent gelegen.

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