21.07.2009
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Schiffsbeteiligungen

Nach dem Markteinbruch die Pleitewelle

Von Christoph Rottwilm

5. Teil: Hoffen auf die Baltic Max Feeder GmbH

Keine Frage, es ist eine der schwersten Krisen für die Containerschifffahrt. Und die Entscheidung vieler Anleger, sich der Kapitalspritze zu verweigern, ist - sofern aus freien Stücken getroffen - vielleicht nicht immer die beste Lösung. "Es kommt ultimativ darauf an, die betroffenen Fonds mit Liquidität auszustatten, um die kommenden etwa zwei bis drei Jahre überstehen zu können", schreibt die Ratingagentur Fondsmedia in einer Kurzanalyse. Die Investoren würden dann ein besseres Geschäft machen, als die Schiffe zu Niedrigstpreisen zu verscherbeln, meinen die Analysten.

Fondsmedia sieht allerdings auch ein Kommunikationsproblem: Die Finanzberater hätten ihren Kunden jahrelang die möglichen Risiken solcher Investments verschwiegen. Die Anleger seien daher jetzt überrascht - und träfen die falschen Entscheidungen.

Zwar gibt es Hoffnung: Reeder, Banken und Berater im Markt der kleinen Containerschiffe, so genannter Feeder, beispielsweise arbeiten fieberhaft an einer Stützungslösung, um den Charterratenverfall zu stoppen. Ein zurzeit heiß diskutiertes Konzept der Steuerberatungsgesellschaft Anchor sieht die Gründung einer Auffanggesellschaft ("Baltic Max Feeder GmbH") vor, die beschäftigungslose Schiffe zu einer Mindestrate anmieten würde.

Finanziert werden soll das ganze per Umlage von allen teilnehmenden Reedereien sowie, als Garanten im Hintergrund, den großen Schiffsbanken wie der HSH Nordbank. "Die Reaktion der Branche ist grundsätzlich positiv", sagt Steuerberater Hermann Neemann von Anchor. "Es gibt zwar noch eine Menge Unbekannte, insbesondere im Bereich der Finanzierung. Wir hoffen aber, die Sache bis Ende August in trockenen Tüchern zu haben."

Zudem sammeln sich nach Beobachtung von Experten bereits Investoren, um in den abgestürzten Markt einzusteigen, sprich von notleidenden Verkäufern günstige Schiffe zu erwerben. Neben institutionellen Anlegern können dabei auch Privatleute mitmischen, indem sie so genannte Opportunity-Fonds, die auf diese Anlagestrategie spezialisiert sind, zeichnen.

Die neuen Vehikel können lukrativ für ihre Investoren sein. Die Emittenten solcher Fonds, zumeist Emissionshäuser, die bislang herkömmliche Schiffsfonds gemacht haben, sind allerdings weniger an der Rettung fallierender Fonds interessiert. Ihnen dürfte vor allem daran gelegen sein, ihre Platzierungszahlen wieder in Schwung zu bringen.

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