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manager magazin



21.07.2009
 

Schiffsbeteiligungen

Nach dem Markteinbruch die Pleitewelle

Von Christoph Rottwilm

Der milliardenschwere Markt für Schiffsfonds liegt am Boden. Die Platzierungen brechen ein, der schwächelnde Welthandel entzieht den Schiffen die Arbeit und treibt erste Fonds in die Pleite. Nachzahlen oder Geld verlieren heißt es schon für hunderte Anleger. In nächster Zeit dürften noch deutlich mehr vor dieser Frage stehen.

Hamburg - 74 Prozent Minus, das ist schon mehr als ein ein Markteinbruch. Das ist ein Desaster. Die Initiatoren geschlossener Schiffsfonds verbuchten diesen heftigen Rückgang innerhalb eines Jahres, nämlich vom ersten Quartal 2008 bis zum ersten Quartal 2009. Um satte 74 Prozent ging laut Branchenverband VGF in dieser Zeit das Eigenkapital zurück, das Anleger in Schiffsbeteiligungen investierten. Der Gesamtmarkt für geschlossene Fonds, in den von Privatleuten seit Anfang der 90er Jahre laut Ratingagentur Feri mehr als 30 Milliarden Euro eingezahlt wurden, schrumpfte in der gleichen Zeit um ebenfalls dramatische 40 Prozent.

Gut beladen: Nicht alle Containerschiffe haben so viel zu tun wie dieses hier
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DPA

Gut beladen: Nicht alle Containerschiffe haben so viel zu tun wie dieses hier

Die mangelnde Nachfrage kommt nicht von ungefähr. Vielen Anlegern wird zurzeit klar, dass Schiffsbeteiligungen längst nicht immer die Renditerenner sind, als die sie ihnen jahrelang angepriesen wurden. Die Realität sieht anders aus. In der Wirtschaftskrise geraten zurzeit vor allem viele Fonds, die in Containerschiffe investiert haben, in größte Schwierigkeiten.

Die Probleme rühren direkt vom schwächelnden Welthandel. Der Mangel an Nachfrage nach Frachtraum hat dazu geführt, dass die Charterraten, zu denen die Schiffe vergütet werden, eingebrochen sind. Die Frachter verdienen also, sofern sie nicht über höher dotierte Altverträge verfügen, immer weniger. Oder sie haben gar keine Aufträge, wie derzeit rund 140 Containerschiffe aus Schiffsfonds.

Die Folgen für Anleger sind dramatisch. "Auf die Branche rollt eine Flut von Leistungsstörungen zu", sagt Experte Jürgen Dobert. "Sehr viele Schiffsfonds sind bereits von der Liquiditätsklemme erfasst und benötigen Hilfe zum Überleben." Das Wort "Ausschüttung", so Dobert, ist vielfach zum Fremdwort geworden.

Mangelnde Ausschüttungen sind aber nur das eine, Fondspleiten das andere. Schon am Jahresanfang rutschten die ersten Fonds in die Insolvenz. Inzwischen sind weitere dazugekommen. Jüngster Fall: Eine Schiffsgesellschaft des börsennotierten Emissionshauses HCI Capital Chart zeigen.

Laut HCI hätten die rund 1900 Anleger der Beteiligungsgesellschaft "HCI Shipping Select XV", die 2005 insgesamt 60 Millionen Euro Eigenkapital in den 167-Millionen-Euro-Fonds eingezahlt hatten, frische 3,7 Millionen Euro zuschießen sollen. Der Grund: Eines der Fondsschiffe, die "MarCatania", war nach der Pleite ihres Charterers, der koreanischen C&Line, in Schieflage geraten.

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