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17.07.2009
 

Lebensversicherung

Rot für Riester, Rürup und Co.

Von Lutz Reiche und Christoph Rottwilm

4. Teil: "Wir wollen die Menschen aufrütteln"

Der Ratgeber erfreut sich übrigens trotz der scharfen Kritik bester Nachfrage, wie Castelló im Gespräch mit manager-magazin.de erklärt. "Der geht weg wie geschnitten Brot." Die erste Auflage von 5000 Ratgebern sei bereits zwei Wochen nach Erscheinen verkauft und die zweite Auflage in Vorbereitung.

"Wir wollen die Menschen aufrütteln": Edda Castelló, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Hamburg und Autorin des Ratgebers "Ampelcheck Geldanlage"
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"Wir wollen die Menschen aufrütteln": Edda Castelló, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Hamburg und Autorin des Ratgebers "Ampelcheck Geldanlage"

Die helle Aufregung und zum Teil auch emotional geführte Diskussion um den "Ampelcheck Geldanlage" verfolgt die Finanzexpertin indes durchaus mit Genugtuung. "Die ist gewollt. Wenn der Ratgeber das bewirkt, liegen wir damit völlig richtig", sagt Castelló. "Wir wollen die Menschen aufrütteln. Wir wollen die Verbraucher fit machen. Wir wollen, dass sie die vermeintlichen Berater mit Fragen löchern."

Dabei ist sich die Hamburger Finanzexpertin der Schwächen des Ratgebers durchaus bewusst. "Wir wissen selbstverständlich, dass bei einer plakativen Kennzeichnung wie dem Ampelcheck so mancher Aspekt unter den Tisch fällt." Der Ratgeber solle eine "erste Orientierung" bieten und könne auch keine Beratung ersetzen, wiederholt sie ebenso in der Broschüre nachzulesende Aussagen. Die Angst und den impliziten Vorwurf der Kritiker, dass sich Verbraucher nur auf Basis dieses Ratgebers gegen ein Lebensversicherung entscheiden könnten, teilt die Expertin nicht.

Klar ist aber auch, wenn es so wäre, würde dies die Verbraucherschützer nicht wirklich stören. Denn drei Viertel der lang laufenden Lebensversicherungspolicen kündigten die Kunden vorzeitig - und zwar mit Verlust. "Das ist die Lebenswirklichkeit der meisten Menschen. Deshalb können wir ihnen nur davon abraten, sich mit einer Police auf zwölf, zwanzig oder mehr Jahre festzulegen."

Aus Sicht der Verbrauchschützer stehen die Ampeln für die Lebensversicherung also weiter auf "Rot". Die Branche wird dies so nicht hinnehmen, zumal die zweite Auflage des Ratgebers bereits in Vorbereitung ist. AfW-Vorstand Rottenbacher jedenfalls will den Fall der Hamburger Verbraucherzentrale heute im Bundesverbraucherschutzministerium vortragen. Den Verbraucherschützern könnte das nur recht sein.

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