Hamburg - Vor ein paar Tagen war es wieder soweit. Das Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen (IFS) teilte einen neuen Minusrekord beim Wohnungsneubau in Deutschland mit. Nur rund 175.000 Bauanträge seien 2008 genehmigt worden, 4,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Damit setze sich der langjährige Trend nach unten weiter fort, so das IFS. 1998 seien noch ingesamt 476.000 Wohnungen genehmigt worden. Der 2008er Wert markiere den tiefsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg.
Die Wohnungsknappheit hat verschiedene Konsequenzen. Sie kann beispielsweise zu steigenden Mieten führen, was für Menschen ohne Wohneigentum nicht erfreulich ist. Anleger dagegen können sich freuen. Sie haben die vermietete Eigentumswohnung in den vergangenen Jahren als Investitionsobjekt wiederentdeckt - die Aussicht auf Miet- und Preissteigerungen ist Maklern zufolge ein wichtiger Grund für die anziehende Nachfrage.
"In Hamburg werden derzeit jährlich lediglich 2000 bis 3000 neue Wohneinheiten pro Jahr fertig gestellt", bestätigt Axel Frick, Geschäftsführer Wohnen beim Hamburger Immobilienberater Grossmann & Berger. "Angesichts des stetigen Zuzugs neuer Einwohner wären bis zu 7000 neue Einheiten pro Jahr erforderlich."
Die Folge: Laut Frick setzen immer mehr Anleger auf steigende Preise und Mieten am Hamburger Wohnungsmarkt - und erwerben Eigentumswohnungen, um sie zu vermieten. "Ein Erwerb ist bereits mit rund 30 Prozent Eigenkapital möglich", sagt Frick. "Der Rest kann in der Regel über Bankdarlehen finanziert werden."
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