Bei der Nettoverzinsung handelt es sich wiederum um die Kennzahl, die aussagt, welche Zinsgewinne die Lebensversicherung während der Laufzeit einer Police erwirtschaftet hat. Während die Versicherer dies gerne als messbaren Faktor ihres Anlageerfolgs beschrieben, ist die Nettoverzinsung dafür nur bedingt geeignet, weil sie manipuliert werden kann. Darüber hinaus erhält man im Regelfall nur bis zu 90 Prozent der Nettoverzinsung als Versicherter auch tatsächlich ausgezahlt.
Wer sich für eine Kapitallebensversicherung entscheidet, um damit tatsächlich eine Art Geldanlage aufzubauen, muss im Regelfall einen ziemlich große Kosten auf sich nehmen. Darüber hinaus muss man immer überlegen, dass ein Teil der eingezahlten Beiträge auch für den Risikoteil genutzt wird, der den Todesfall des Versicherungsnehmers absichert.
Ein weiterer Nachteil, den eine Kapitallebensversicherung als Geldanlage aufweist, ist die mangelnde Flexibilität. Steuerliche Vorteile kann man wirklich nur in Anspruch nehmen, wenn eine Lebensversicherung mindestens eine Laufzeit von zwölf Jahren aufweist und man diese auch erst nach dem 60. Lebensjahr ausgezahlt bekommt. In einem solchen Fall ist dann nur auf die Hälfte der Erträge Einkommensteuer zu entrichten. Darüber hinaus werden in den ersten Jahren die gesamten Gebühren für den Abschluss und die Verwaltung von den Überschüssen abgezogen, so dass eine schnelle Kündigung oftmals mit hohen Einbußen verbunden ist.
Wenn man die Lebensversicherung als Geldanlage in ihrer Gesamtheit betrachtet, dann bleibt nur zu sagen, dass sich die Kombination aus Geldanlage und Todesfallvorsorge nicht besonders lohnt. Eine Kapitallebensversicherung ist mit hohen Kosten verbunden, ist relativ unflexibel und bietet kaum Transparenz. Wer eine Todesfallabsicherung benötigt, fährt mit einer Risikolebensversicherung und einer passenden Geldanlagemöglichkeit wesentlich besser.
Von Oliver Mest, ddp
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