Dienstag, 7. Februar 2012, 04:53 Uhr

manager magazin



13.04.2009
 

Anlage

Der dauerhafte Goldrausch

In der Krise drängt es die Menschen nach Sicherheit - entsprechend wächst die Nachfrage nach Gold. Und seit dem Fall der Investmentbank Lehman im Herbst vergangenen Jahres ist das Edelmetall als Geldanlage gefragt wie lange nicht.

Frankfurt am Main - Dort ist tatsächlich alles Gold, was glänzt: Barren für Barren ist das Edelmetall im Tresor der Deutschen Börse gestapelt. In Frankfurt, etwa zehn Meter unter der Erde, lagert ein Millionenschatz. Und er wird ständig größer: Seit die Krise sich im Herbst 2008 so richtig ausgewachsen hat, ist Gold als Geldanlage gefragt wie lange nicht.

"Der Run auf Gold ist ungebrochen", sagt Steffen Orben, einer der beiden Geschäftsführer der Deutschen Börse Commodities, die sich gemeinsam mit Banken um die Vermarktung des Rohstoffes kümmert. "Und es gibt noch viel Spielraum." Das zeigt der Blick zurück. In der Wirtschaftskrise der 30er Jahren habe ein Anleger durchschnittlich 15 bis 20 Prozent Gold in seinem Portfolio gehabt, heute seien es nur 0,1 Prozent.

Die Erschütterung der Märkte und die Talfahrt an den Börsen ließen und lassen auch derzeit viele Anleger umdenken: Sie schichteten Vermögen um, obwohl es für Gold weder Zinsen noch Dividenden gibt. Von "Goldrausch" und "Gier nach Gold" war die Rede, der Goldpreis schnellte Mitte März 2008 auf den Rekordwert von rund 1033 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Seit Wochen hält er sich knapp unter 900 Dollar, knapp 680 Euro.

Vor allem das physische Gold lockt die Anleger, Barren etwa oder Münzen. Edelmetallhändler wie Pro Aurum in München mussten ihre Kunden wegen leerer Lager zeitweise vertrösten. Auch der Edelmetallkonzern Heraeus in Hanau, dessen Kunden Banken und Großhändler sind, stieß an Kapazitätsgrenzen. "Wir haben nach wie vor wochenlange Wartezeiten bei Barren", sagt der Verkaufs- und Marketingleiter von Heraeus, Wolfgang Wrzesniok-Roßbach. "Den Engpass gibt es bei kleinen Investment-Goldbarren bis zu einem Kilogramm." Gold als Rohstoff sei "in rauen Mengen vorhanden". Die bisher weltweit geförderte Goldmenge liegt nach Angaben der Börse bei etwa 158.000 Tonnen, mehr als die Hälfte (51 Prozent) sind zu Schmuck verarbeitet. Alles Gold dieser Welt ergäbe demnach einen Würfel mit etwa 20 Metern Kantenlänge.

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