Von Lutz Reiche
Hamburg - Angesichts drastisch gefallener Aktienmärkte und dauerhaft niedriger Zinsen dürfte das Ergebnis im Grunde nicht verwundern, für die Lebensversicherten ist es dennoch bedrückend. Denn am Ende zählt nun einmal, wie viel Geld beim Kunden ankommt. Die Leistungen aus einer Kapitallebensversicherung, die die Anbieter in diesem Jahr auszahlen, sinken im Schnitt erneut und damit im achten Jahr in Folge. Das geht aus der jüngsten Ablaufanalyse des Branchendienstes Map-Report hervor.
Abwärts: Die Renditen in der Lebensversicherung fallen seit Jahren kontinuierlich. Dabei gewähren die Anbieter derzeit im Schnitt noch eine höhere Verzinsung als sie selbst am Kapitalmarkt erzielen. Auf Dauer werden sie das nicht durchhalten können.
Bei Policen mit 20 Jahren Laufzeit rutschte die Durchschnittsrendite in den vergangenen acht Jahren von 6,52 auf 4,80 Prozent ab. Noch schlechter sieht die Rechnung laut Map-Report bei Verträgen mit zwölf Jahren Laufzeit aus. Hier trafen die zwei großen Börsenkrisen der vergangenen Jahre die Versicherten überproportional stark: Die Rendite sackte im Schnitt von 6,09 auf 3,63 Prozent ab.
Map-Report-Chef Manfred Poweleit weiß natürlich um die negative Außenwirkung solcher Ergebnisse, kann ihnen allerdings durchaus auch gute Züge abgewinnen. Im Grunde müssten sich die Lebensversicherten freuen. "Denn im Gegensatz zu Aktien-, Fonds- oder Zertifikatesparern haben sie kein Geld verloren", stellt der Branchenxperte fest. Insbesondere für die vergangenen 18 Monate trifft diese Aussage sicherlich zu.
Entscheidend ist aber, dass der Kunde seinen Vertrag durchhält. Über alle Laufzeiten hinweg kündigt nahezu noch jeder zweite Lebensversicherte seine Police vorzeitig. Zumeist macht der Kunde damit ein schlechtes Geschäft. Für den Abbrecher sind die genannten Renditen aber auf jeden Fall Makulatur. Und schließlich macht es auch einen gewichtigen Unterschied, bei welcher Gesellschaft der Versicherte unterzeichnet hat, wie die jüngste Studie erneut zeigt.
© manager magazin Online 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH