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manager magazin



11.03.2009
 

Immobilien

Dubai-Krise erreicht deutsche Anleger

Von Christoph Rottwilm

Boris Becker, Michael Schumacher, Niki Lauda - mit großen Namen hat die Alternative Capital Invest schon über 200 Millionen Euro für Immobilieninvestments in Dubai eingesammelt. Doch jetzt stört der Markteinbruch im Emirat den Betriebsfluss. Zudem gibt es Verwirrung um angebliche Ermittlungen der Immobilienaufsicht gegen ACI.

Hamburg - Als sich in Hamburg kürzlich Vertreter mehrerer Fondsemissionshäuser zu einem Seminar über Krisenkommunikation trafen, war von der Alternative Capital Invest (ACI) leider niemand dabei. Immerhin 200 Millionen Euro hat der Fondsanbieter aus Gütersloh angeblich schon bei mehr als 8000 deutschen Privatinvestoren für Investments in Dubai eingesammelt. Jetzt treffen die Auswirkungen der Finanzkrise und das abrupte Ende des Immobilienbooms dort auch die Geschäfte der ACI - doch das Emissionshaus möchte darüber nichts in den Medien sehen.

Düster: In Dubai ist die Immobilienblase geplatzt - ACI bekommt die Auswirkungen zu spüren
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REUTERS

Düster: In Dubai ist die Immobilienblase geplatzt - ACI bekommt die Auswirkungen zu spüren

Was ist passiert? Nachdem zwei Kooperationspartner der ACI ausgefallen waren, musste das Unternehmen in den vergangenen Wochen erheblich umdisponieren. So musste die südkoreanische Gesellschaft Shinsung Engineering and Construction, mit der ACI beim Bau der Großprojekte "Michael Schumacher Business Avenue" und "Boris Becker Business Tower" kooperiert hatte, wegen massiver Schieflage ausgetauscht werden.

Zudem musste ACI den Developer Define Properties übernehmen und den Bau der "Niki Lauda Twin Towers" vollends in die eigene Verantwortung ziehen, weil Define finanziell am Ende war.

Zwar erschien vor einigen Wochen ein Beitrag auf arabianbusiness.com, der Online-Ausgabe des Fachmagazins "Arabian Business", in dem ACI-Projektleiter Jörg Grunwald die Verzögerungen, die dadurch bei den genannten Projekten entstehen, auf bis zu fünf Monate bezifferte. Der Artikel verschwand jedoch - merkwürdig genug - nach wenigen Tagen wieder von der Website.

Ist die Frage nach den Auswirkungen auf die geplanten Bauzeiten und damit auf die zu erwartende Rendite für die ACI-Anleger nicht berechtigt? Auch eine Anfrage in Gütersloh bringt keine Klarheit. ACI-Geschäftsführer Uwe Lohmann weißt die Einschätzung seines Mitarbeiters zu den Bauverzögerungen vehement von sich - und steigert sich in eine Schimpftirade über Krisenberichterstattung im allgemeinen und die vermeintlich unqualifizierte Anfrage von manager-magazin.de im speziellen. Lohmanns Tenor: ACI hat keine Probleme - und die Presse keine Ahnung.

Ob die ACI-Anleger jetzt ruhiger schlafen? Seriöse Öffentlichkeitsarbeit geht jedenfalls anders. Zum Hintergrund: Als eine der ersten brachte ACI 2004 in Deutschland Beteiligungsangebote auf den Markt, über die Anleger in den aufstrebenden Markt in Dubai investieren können. Inzwischen befindet sich bereits die siebte Offerte des Hauses im Vertrieb. Mehr als 8000 Anleger haben sich nach ACI-Angaben an den Fonds beteiligt. Mit einem Beteiligungskapital von laut Ratingagentur Feri mehr als 200 Millionen Euro sorgten sie in Dubai für Investitionen von angeblich über 600 Millionen Euro.

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