Viele Banken haben in den vergangenen Monaten die Zinssätze für höhere Beleihungen, also einen Barmitteleinsatz von 15 Prozent und weniger, um etwa 0,1 bis 0,3 Prozentpunkte angehoben", stimmt Herbst zu. "Somit rentiert es sich umso mehr, möglichst viel Eigenkapital einzubringen." Bei den derzeitigen Zinssätzen hält auch er einen Tilgungssatz von 2 bis 2,5 Prozent für sinnvoll. "Man sollte den Zinsvorteil in eine erhöhte Tilgung stecken, aber sich die Option einräumen lassen, auch wieder auf 1 Prozent zu senken - oder auf bis zu 5 Prozent zu erhöhen", so der Rat des Fachmanns.
Doch nicht nur für Hauskäufer und Bauherren ist die Zinsentwicklung interessant. Auch diejenigen, bei denen in nächster Zeit eine bereits vor Jahren abgeschlossene Finanzierung verlängert werden muss, sollten das Geschehen aufmerksam verfolgen. "Darlehen, die Ende der 90er Jahre mit zehnjähriger Laufzeit abgeschlossen wurden, laufen bald aus", sagt Haselsteiner. "Solche Verträge wurden seinerzeit meist zu einem Zinsniveau von 6 bis 6,5 Prozent abgeschlossen und können derzeit zu 4 bis 4,5 Prozent verlängert werden." Wer sich dazu jetzt schon das günstige Niveau sichern will, kann zu einem so genannten Foreward-Darlehen greifen, bei dem das aktuelle Zinsniveau für einen Vertragsabschluss in der Zukunft fixiert wird.
Aber ist der günstigste Zeitpunkt für einen Abschluss überhaupt schon gekommen? Wie werden sich die Zinsen weiter entwickeln? "Auch wenn in den nächsten Wochen die Zinssätze ein paar Pünktchen wieder steigen könnten, ist in den nächsten paar Monaten insgesamt mit weiter fallenden Zinsen zu rechnen", sagt FMH-Chef Herbst. "Ich würde eine gute Zeit für einen Darlehensabschluss oder Forward-Vertrag von Februar bis Ende März sehen."
Haselsteiner ist skeptischer. "Wir erwarten zwar in den ersten Monaten des kommenden Jahres ein bis zwei weitere Zinsschritte", sagt er. "Ob diese aber wie bisher in vollem Umfang in die Hypothekenzinsen eingepreist werden, ist offen." Die Banken könnten seiner Ansicht nach angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung ebenso ihre Risikoprämien erhöhen. Haselsteiners Rat lautet daher: "Wer die Möglichkeit dazu hat, sollte das aktuelle Zinstief nutzen und sich die Konditionen möglichst lange sichern."
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