Flotte wächst um 13 Prozent pro Jahr
Ein Blick auf die Zahlen belegt diesen Trend: Auf der einen Seite sind die Orderbücher der Werften rund um den Globus prall gefüllt. Wird alles, was bestellt ist, auch geliefert, so wächst die derzeit bestehende Welt-Containerschiffsflotte nach Angaben von Burkhard Lemper vom Bremer Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) bis 2011 um jährlich 13 Prozent. Vor allem die großen Schiffsklassen mit Kapazitäten von 10.000 TEU und mehr bekommen enormen Zuwachs.
"Wegen der Finanzkrise ist längst noch nicht sicher, ob sich für alle bestellten Schiffe auch eine Finanzierung findet", sagt zwar ein Hamburger Schiffsbanker zu manager-magazin.de. "Weltweit haben Banken schon jetzt Schiffsdarlehen in Höhe von rund 500 Milliarden Dollar in den Büchern. Der derzeitige Orderstand würde dazu führen, dass noch einmal bis zu 350 Milliarden Dollar dazu kommen." Kaum vorstellbar, dass das angesichts der Bankenturbulenzen ähnlich einfach gelingt, wie in der Vergangenheit, meint der Profi.
Hinzu kommt: Angesichts der hohen Ölpreise lassen die meisten Reeder ihre Containerschiffe bereits seit einigen Monaten nur noch mit halber Kraft über die Meere zuckeln. Die Schiffe sparen so nicht nur bis zu 50 Prozent Treibstoff. Die Linien müssen vielmehr auch zusätzliche Frachter einsetzen, um ihren Dienst wie bisher aufrechtzuerhalten.
Beide Effekte sowie die zu erwartende Verschrottung alter Schiffe dämpfen das künftige Angebotswachstum an Transportraum. Ob das aber ausreicht, um auf Augenhöhe mit dem schwächelnden Zuwachs der Nachfrage zu kommen, ist fraglich.
Vor allem die Entwicklung der Weltwirtschaft wurde offenbar von vielen falsch eingeschätzt. Die Prognosen verdüstern sich angesichts der nicht enden wollenden Turbulenzen auf den Finanzmärkten sowie der weiterhin hohen Rohstoffpreise zusehends. Die Folge: Zuletzt legte der Containerumschlag regelmäßig um 10 Prozent plus X pro Jahr zu. Für die kommenden Jahre gehen Experten aber inzwischen nur noch von einem Zuwachs von kaum mehr als 6,5 Prozent aus.
Viel wird es für all die großen Schiffe also nicht mehr zu bewegen geben.
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